Hotels profitieren vom Eurovision Song Contest

vgwortDÜSSELDORF Am Sonntag startete der Ticketverkauf für das Finale des Eurovision Song Contests mit Lena Meyer-Landrut. Nachdem die insgesamt 32.000 Tickets bereits nach wenigen Stunden ausverkauft waren, suchen die Kunden nun nach passenden Hotels.

Bereits seit Oktober war über den Hotelpreisindex ein stetiger Anstieg der Hotelpreise in Düsseldorf feststellbar, so die Experten auf www.citysam.de. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes verfügt Düsseldorf nur über etwa 220 Hotels mit 23.000 Betten. Verschärfend wirkt sich die zeitgleich stattfindende Messe Interpack vom 12. bis 18. Mai mit insgesamt 2.600 Ausstellern aus. Weitere 1.600 Hotelzimmer sind reserviert für Teilnehmerdelegationen und Journalisten, so der Geschäftsführer des Dehoga Düsseldorf, Rainer Spenke. Es ist davon auszugehen, dass nun auch die Hotels im Ruhrgebiet und bis nach Essen und Köln deutlich teurer werden.

Der Hotelpreisindex wurde auf der Basis der verfügbaren Hotelzimmerpreise für Übernachtungen im Mai 2011 ermittelt. Er wird monatlich ermittelt und umfasst darüber hinaus eine Preisanalyse für weltweit etwa 20.000 Hotels und fünf Millionen aktuelle Preise der kommenden zwölf Monate.

Citysam betreibt mehrere Reiseportale für verschiedene Metropolen, wie etwa Berlin, München, Hamburg, Paris oder London. Darüber hinaus finden Reisende auf dem Portal www.citysam.de weltweit etwa 100.000 Hotels mit Preisvergleich und Online-Buchungsmöglichkeit.



Abenteuer im Motor des Lebens

vgwortFULDA „Es ist wie ein Luftballon, es dehnt sich und es geht auf und wieder zu“, erklärt Lisa Mehlmann. Staunend lauschen die 5- bis 10-Jährigen, die sich vor dem „Begehbaren Herzen“ in der Kinder-Akademie Fulda versammelt haben. Lisa fordert sie auf, einmal ein Herz in die Luft zu malen. „Seht Ihr, dass ein Herz in Wirklichkeit ganz anders aussieht“, sagt sie und zeigt auf das 5 Meter hohe Ausstellungsstück, in dem die Kids sogleich eine atemberaubende Reise starten werden.

Lisa Mehlmann gestikuliert mit dem ganzen Körper. Sie erzählt von ihrem Herz, klopft gegen ihren Brustkorb, bewegt Arme und Beine, atmet tief durch und zeigt so, dass sie vom Motor des Lebens spricht. „Wer weiß denn wie groß euer Motor ist“, fragt sie die zwölf jungen Besucher. Für Alexandra Lehmann aus Fulda ist die Antwort klar: „So groß wie unsere Faust“, sagt sie und ballt ihre Hand zusammen. Die 10-Jährige nimmt zum ersten Mal an einer Führung durch das „Begehbare Herz“ teil und kann es kaum erwarten in das Innere des Herzens einzutauchen, das dem größten Säugetier der Welt, dem Blauwal, nachgebaut wurde. Sein Herz wiegt etwa eine Tonne und schlägt 5 bis 8 Mal in der Minute. Dabei pumpt es rund 8000 Liter Blut durch den Kreislauf dieses großen Tieres.

Das verblüfft auch den kleinen Justus Schacht (Foto: Liebig-Braunholz) aus Kassel. Der 6-Jährige mit der schmalen Brille und dem verschmitzten Lächeln findet den lehrreichen Vortrag spannend und überhaupt nicht langweilig.

Im Gegenteil, die vielen Fragen von Frau Mehlmann motivieren mitzumachen. „Wer kennt den kleinsten Vogel der Welt, dessen Herz 2000 Mal in der Minute schlägt“, fragt sie und auch das weiß Lisa. „Das ist der Colibri“, antwortet sie, zur Freude von Frau Mehlmann, die das Wissen der kleinen Besucher nicht mehr verwundert. Schließlich sei diese Führung mit dem Vortrag so etwas wie Biologieunterricht. Wer hier her komme, sei auch ein interessierter Schüler und begeistert von der Anschaulichkeit und der Anspannung vor dem Weg ins Herz.

Doch bevor es losgeht, müssen die Kids noch viel erfahren, etwa die Geschichte vom Blutkreislauf oder den roten, weißen und blauen Blutkörperchen. Lisa Mehlmann macht es ihnen leicht. Denn die gelernte Krankenschwester weiß mit Kindern und Jugendlichen umzugehen. Seit 1999 ist sie in der Kinder-Akademie als Honorarkraft tätig und erzählt seither von den 12 Rippen, die der Mensch besitzt, dem Brustkorb, der das Herz schützt, das eigentlich ein Muskel ist und wie eine Druck- und Saugpumpe funktioniert. „Ihr hört das Herz klopfen, wenn es euer Blut durch den Körper transportiert. Bei euren Eltern sind das 5 Liter. Da muss das Herz ganz schön arbeiten“, erklärt sie und reicht die Stethoskope herum, damit jeder seinen eigenen Herzschlag einmal hören kann. Alexandra zählt 70 Schläge und ruft es in den Raum. Dabei stört sie die Konzentration der anderen, die teilweise noch dabei sind, nach ihrem Herzen zu suchen.

Plötzlich reist Lisa Mehlmann die kleinen Entdecker aus ihren Gedanken, fordert sie auf die Schuhe auszuziehen und sich auf den Weg zu machen in das Herz. Hastig eilen sie zum Eingang und beginnen ihre Reise aus der Perspektive eines roten Blutkörperchens. Über den rechten Vorhof schliddern sie in die rechte Herzkammer. Der kleine Justus tastet dabei erst mal einen gelben Gummilappen und macht eine glitschige Erfahrung. „Das stellt die Herzinnenhaut dar“, erklärt Lisa und zeigt ihm den Weg zur Stange, über die er hinunter rutschen kann in den linken Vorhof und schließlich in die linke Herzkammer. Kein Problem für die gesamte Rasselbande, die auf ihrer Entdeckungsreise den Blutkreislauf erforscht. Ein Computer animiert Herzschlag und Blutfluss. Das kommt an und animiert es gleich noch mal auszuprobieren. Mit diesem Stichwort hat man in Fulda Erfahrungen. Die Kinder-Akademie als ältestes eigenständiges Kindermuseum in Deutschland hat sich auf die kleinen Forscher eingestellt. Das kreative Kind steht im Mittelpunkt der zahlreichen Erlebnisräume. Das „Begehbare Herz“ ist nur einer davon und zugleich einmalig in ganz Europa.

„Wir sind ein absolutes Touristenziel. Viele Familien machen in Fulda Station auf dem Weg in den Urlaub. Und viele kommen sogar auch wieder, weil sie so begeistert sind. Seit unserer Gründung im Jahr 1991 haben wir schon etwa 180.000 Kinder durch das „Begehbare Herz“ geführt“, erzählt Lisa Mehlmann. Kein Wunder. Die Kinder-Akademie bietet schließlich auch nach dem Gang durch das Herz, weshalb übrigens etwa 80 Prozent der Besucher nach Fulda kommen, etliche Attraktionen. Auf 2000 Quadratmetern können nicht nur die Kids Objekte aus Kunst, Kultur, Naturwissenschaft und Technik entdecken, auch wenn die Kinder-Akademie konzeptionell auf 6 bis 14-Jährige ausgerichtet ist.

Besonders beliebt sind Experimente zum Mitmachen, die den Forschergeist und die Phantasie der Jüngsten wecken sollen. In Workshops können sie alles das machen, was sie schon immer wollten, etwa zeichnen, töpfern, weben, basteln, Theater spielen oder ein Erd-Xylophon bauen. Die Kinder-Akademie versteht sich eben als sozialer Kulturort und möchte junge Menschen mit Kunst und Kultur in Berührung bringen. Das ihr dies in den letzten Jahren gelungen ist, zeigen die hohen Besucher zahlen – rund 50.000 kommen jährlich und lassen ihre Sinne anregen. Genau darauf zielt das aus den USA kopierte Konzept ab: Der Besucher steht im Mittelpunkt, soll einen Teil seiner eigenen Identität erleben und wichtige Impulse zum „lebenslangen Lernen“ erhalten. Diese Idee faszinierte die Gründerfamilie Bonzel, die sich während eines einjährigen Aufenthaltes in den USA vom Boston Childrens Museum und der Idee eines Kindermuseums anstecken ließ.

erschienen im Familienmagazin mampa