Die Gasthaus Schleuse

vgwortBrauhäuser stehen in Deutschland als Synonym für Gemütlichkeit, eine urige Atmosphäre, deftige Speisen und ein frisch gezapftes Bier. Ein Gastwirt muss eigentlich nicht mehr viel tun, um seine Gäste zu begeistern. Lediglich der Service und die Küchenleistung müssen stimmen. Manchmal scheint diese Anforderung aber zu hoch.

Schade eigentlich, aber das Brauhaus zum Rammelsberg in Kassel zählt wohl auch dazu. Zumindest habe ich einen derart schlechten Restaurantbesuch wie meinen letzten dort, lange nicht mehr erlebt. Zunächst schien es ein gemütlicher Nachmittag zu werden, der Service war überaus freundlich. Doch schon der Blick in die Speisekarte offerierte, dass die Preise hier sehr überzogen kalkuliert werden. Trotzdem kommt man in der Spargelzeit an einem Gericht mit diesem Gemüse nicht vorbei.

Die Portion war sehr üppig und setzte den Preis mit 18.90 Euro dann in die entsprechende Relation. Doch der Spargel war hart und daher in dieser Menge schwer genießbar. Die Reklamation beim Service ließ zunächst erhoffen, dass der Mangel an die Küche weitergegeben wird. Der Hinweis darauf, dass bereits andere Gäste den Spargel bemängelt hätten, verwunderte. Wieso hatte die Küche noch nicht reagiert? Doch als sich zu einem späteren Zeitpunkt heraus stellte, dass die Reklamation wohl gar nicht an die Küche weiter gegeben wurde, relativierte sich auch dies. Auf ein Nachfragen, wie die Küche reagiert habe, folgte zunächst ein “Ähm” und die nicht gerade glaubhaft herüber kommende Aussage, dass der Koch lediglich mit den Schultern gezuckt haben sollte – äußerst ungewöhnlich.

Der Nachtisch allerdings setzte der unprofessionellen Reklamationsabwicklung die Krone auf. Eigentlich nur bestellt, um der Küche eine zweite Chance zu geben, versprach er auch einen abschließenden Genuss. Doch entgegen der Aussage in der Speisekarte, dass dem Eis ein Schuss Baylis zugefügt wird, brachte der Service das Eis nur mit einem Schuss Schokosoße und zwei Schlag Sahne. Dies ließ dann doch eine gewisse Dreistigkeit oder Taktik vermuten, da das Dessert nur einmal in dieser Form mit dem Baylis in der Karte erschien.

Der Service reagierte prompt: Der Teller wurde mitgenommen – der Likör herüber geschüttet – und anschließend wieder an den Tisch gebracht. Dass das Eis kaum noch zu sehen war, weil die Soße alles überdeckte, störte nicht. Bei der abschließenden Gesamt-Reklamation dieses Aufenthalts, erklärte der Service lediglich: “Sagen Sie das nicht mir, ich kann nichts dafür!

Buff! Welch erfrischender Nachmittag für runde 60 Euro (3 Personen), die für eine Mangelleistung bezahlt wurden. Nicht nur, dass die Lebensmittelhygiene in Situationen, in denen Speisen hin und her getragen werden, versagt. Es ist vor allem auch das unangenehme Gefühl, das einen Gast überkommt, der sich nur noch als durchgeschleuste Nummer wahrnimmt. Mein Fazit war deshalb schnell gefunden: Dieses Brauhaus existiert an der Gastlichkeit vorbei und profitiert derzeit leider noch von seinen positiv besetzten Synonymen.

Weltraumhafen soll New Mexico beflügeln

Im Sommer 2011 wird der erste kommerzielle Weltraumhafen bei Las Cruces im U.S.-Bundesstaat New Mexico eröffnet. An der Grenze zu Mexico entsteht das Megaprojekt Spaceport America.

Weltraumhafen Terminal Hangar Konzept
Terminal Hangar Konzept Foto: Spaceport America

Das zur Virgin Group gehörige Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic plant innerhalb der nächsten zwei Jahre die ersten Weltraumtouristen im großen Stil ins All zu bringen. Für 200.000 Dollar pro Kopf kann jedermann, der fit genug ist, die Erde von oben betrachten. Nach Angaben von Virgin Galactic haben sich bereits 45.000 potentielle Astronauten aus 120 Ländern weltweit für eine Reise in den Weltraum angemeldet.

Die Mission des Spaceport America will jedoch nicht nur den ersten Weltraumhafen für den sogenannten „Space Tourismus“ stellen. Auch sollen sich die großen Namen der Weltraumindustrie auf dem neuen Gelände ansiedeln und der Region einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung bringen. In den nächsten fünf Jahren werden nach den aktuellen Planungen 2300 Spezialisten vor Ort arbeiten. Las Cruces und sein Spaceport America würden sich somit zum wichtigsten Weltraumzentrum weltweit entwickeln.

Des Lobes Hymne ist ihr Himmelreich

Es gibt wohl kaum einen Preis den es nicht gibt. Und es liest sich immer so schön: Alle sind stolz auf sich, haben alles richtig gemacht und verkünden ihre Glanzleistung. Doch wer schaut bei all der Lobhudelei eigentlich hinter die Kulissen, etwa nach der Jury oder dem Grund der Preisvergabe?

Manchmal lassen sich dabei die kleinen Wahrheit entdecken und dann ist der Preis gar nicht mehr so viel Wert. Denn meistens ist die Leistung ohnehin Grundvoraussetzung dafür, dass der Preisträger am Markt Bestand hat. In diesem Sinne wünsche ich nun viel Spaß bei der Lektüre der Pressemeldung zum Deutschen Fruchtpreis, die hier einmal in voller Länge abgedruckt werden soll.

Beim “Deutschen Fruchtpreis 2011” überzeugten die Edeka-Unternehmer auf ganzer Linie und entschieden gleich drei der fünf Kategorien für sich. Hervorzuheben ist besonders der Edeka aktiv Markt Kirchner aus Alzenau (Baden-Württemberg): Er sicherte sich die bedeutendste Auszeichnung für Obst- und Gemüseabteilungen in der Kategorie “Verbrauchermarkt” nach 2007 und 2008 bereits zum dritten Mal – erstmalig in der Geschichte des Wettbewerbs ist dies einem Kaufmann gelungen. Ganz oben auf das Siegertreppchen in den Kategorien “Supermarkt klein” und “Supermarkt groß” platzierte die Fachjury den Edeka aktiv Markt Zielke in Willich (Nordrhein- Westfalen) und Hiebers Frische Center in Binzen (Baden-Württemberg). Der Deutsche Fruchtpreis wird seit 15 Jahren gemeinsam von der “Rundschau für den Lebensmitteleinzelhandel” und dem “Fruchthandel Magazin” für Deutschlands beste Obst- und Gemüseabteilungen verliehen.

Hohe Frische-Kompetenz mit einem ganz eigenen Konzept

“Wir sind sehr stolz auf dieses Ergebnis, zumal es erneut unser Erfolgsmodell des von selbstständigen Kaufleuten geführten Einzelhandels bestätigt”, so Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender der Edeka AG in Hamburg. “Alle Sieger-Märkte punkten neben einer hohen Frische-Kompetenz mit einem ganz eigenen Konzept, das exakt auf die Wünsche der Verbraucher vor Ort abgestimmt ist.” Die fachkundige Jury aus Handels- und Lebensmittelexperten bewertet die Märkte unter anderem hinsichtlich Frische, Ideenreichtum, Verkaufsleistung, Warenpräsentation sowie Breite und Tiefe des Sortiments.

Besonders kundenorientiert präsentiert sich die Obst- und Gemüseabteilung von Edeka Kirchner in Alzenau. Der Verbrauchermarkt zeichnet sich durch eine große regionale Warenvielfalt, eine einzigartige Kräutergartenwelt und eine große Auswahl an Bio-Produkten aus. Innovative Idee: Auf i-Pads können die Kunden informative Kurztexte und Videos zu den verschiedenen Produkten abrufen. “Eine vorbildliche Vermittlung von Warenkunde”, lobt die Jury diesen Service.

Mit einem “hohen Wohlfühlfaktor” setzte sich Edeka Zielke aus Willich in der Kategorie “Supermarkt klein” gegen die starke Konkurrenz durch. “Eine emotional ansprechende Warenpräsentation, ein Premiumsortiment und Top-Frische” lautete das Gesamturteil der Jury. Das ansprechende Frische-Ambiente von Edeka Hieber aus Binzen war ebenfalls ausschlaggebend für den Sieg in der Kategorie “Supermarkt groß”. Zudem profiliere sich die Obst- und Gemüseabteilung mit “einer vorbildlichen Vermarktung der Zusammenarbeit mit Erzeugerbetrieben aus der Region”, Convenience-Blöcken und einer großen Sortimentsvielfalt, so die Juroren.

Neben den bundesweiten Auszeichnungen wurden insgesamt acht Landessieger gekürt. Auch hier hatten drei Märkte von Edeka-Unternehmern die Nase vorn: Edeka Simmel in Pullach (Bayern), Edeka Ziegler in Chemnitz (Sachsen) und das E-Center Frauen in Heide (Schleswig Holstein).