Fauxpas, die der Gast nicht mag

vg wort

Sie locken mit tollen Bildern, Inklusivangeboten und im Winter gern mit Schneesicherheit: Tourismushochburgen wie die Region rund um den staatlich anerkannten Luftkurort Oberhof, direkt am Rennsteig im Thüringer Wald gelegen, haben allein durch ihr Potenzial an Sehenswürdigkeiten, Attraktionen und Legendenbildungen immer Saison.

Die Touristen kommen zunächst einmal aus einer anderen Motivation in die Region – im Fall Oberhof war es bei uns die familiäre Sportbegeisterung für die skilaufenden Disziplinen wie etwa Biathlon, Skilanglauf oder Skeleton. Wir wollten die Ski-Arena einmal genauer betrachten und die Gegend ein wenig besser kennen lernen. Leider hatten wir uns aus Zeitmangel und auch mangels ausreichender Gastgeber-Kapazitäten für das falsche Hotel entschieden.

Abfertigung der Gäste

Die Erlebnisse im Treff-Hotel Panorama waren einschneidende Erlebnisse und am Abreisetag nicht etwa von großem Interesse beim Auschecken. Der übliche Spruch “Hat es Ihnen bei uns gefallen” kommt dem Personal am Empfang gar nicht erst in den Sinn. So sehr ist man dort mit der Abfertigung der Gäste beschäftigt. Pannen gehören zum Tagesgeschäft und werden selbstverständlich sofort beseitigt, wenn der Gast diese moniert. Verbessern tut sich danach allerdings nichts.

Und so haben wir am Anreisetag nach der Besichtigung des völlig verschmutzten Zimmers ein neues Zimmer bezogen, im Restaurant am zugewiesenen Tisch erst einmal das Auswechseln der verdreckten Tischdecke erbeten, am nächsten Tag die Leistungen des Housekeeping beanstandet und feststellen müssen, dass die im Hotelprospekt auf den Zimmern angekündigten Sportübertragungen (per sky) in der Thüringer Stube mal eben gestrichen wurden.

Inklusive-Leistung nur zum Schein

Auch im Erlebnisführer zur Oberhof All Inclusive Card, den das Hotel in seinen Arrangements gern anpreist, wird nicht alles so ernst genommen. So gibt es beispielsweise im elmi Cafe im Oberen Hof keinen Kaffee inklusive einem Gebäckstückchen, sondern lediglich ein Gebäckstückchen. “Das Bild dort im Heft ist leider falsch und das war ein Versehen”, entgegnete eine Servicemitarbeiterin auf Anfrage und damit war die Zweideutigkeit erklärt. Keine Frage, dass beim näheren Hinschauen deutlich wird, dass nur das Gebäckstück als Inklusive-Leistung enthalten ist. Dennoch suggeriert das Foto mit der Tasse etwas anderes und wenn dieses Foto versehentlich abgedruckt wurde, sollte die Leistung auch erbracht werden. Denn es sind gerade diese Kleinigkeiten, mit denen Leistungsträger Gäste an sich binden können und nicht etwa noch dazu beitragen, dass die anderen aufgeführten Anbieter in ein Licht geraten, in das sie vielleicht nicht hineingehören.

Reste miteinander vermengt

Mein unglaublichstes Erlebnis bei diesem Kurzaufenthalt hatte ich jedoch abends im Hotel am Buffet. Vor den Augen der Gäste wurden die Reste der Desserts miteinander vermengt. Das Hotel war zu diesem Zeitpunkt sehr gut gebucht und das Restaurant überfüllt, so dass ich nicht glauben wollte, wie sehr die Mitarbeiter in diesem Haus die plausibelsten Hygienevorschriften missachten. Das gilt auch für das verzögerte Abräumen der Tische. Das Geschirr steht derart lange verschmutzt herum, dass sich niemand mehr wohlfühlen kann in diesem Restaurant.

Mein Fazit kann deshalb nur alarmierend ausfallen. Hier muss schnellsten eine unabhängige Qualitätsoffensive bereits vor dem Gast die Mängel erkennen und selbstverständlich auch abstellen. Selbstkritisch bleibt zudem festzuhalten, dass die schnelle Entscheidung für ein Hotel fatale Folgen haben kann – leider!

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