Portoroz verspricht Buchungsspaß mit VIP-Status


Narrare Air ist in Portoroz gelandet Foto: Privat

PORTOROZ Keine Bange, es ist nur ein Bild und Narrare weiterhin ein Blog und keine Fluggesellschaft. Doch mit dieser personalisierten Botschaft wurde ich eingeladen, mir einen ersten Eindruck über die wahrlich kreative Aktion des Tourismus Vereins Portorož (Slowenien) zu machen. Dahinter versteckt sich eine Marketingidee, die gerade jetzt mit dem Beginn der Sommerferien das Buchungsverhalten ankurbeln soll. Die mit dem Finger winkende Frau lädt alle Besucher ein, sich ein Video zu erstellen und suggeriert ihnen, damit ein VIP zu werden.

Wer sich dafür entscheidet, kann in Form des Videos seine Träume wahr werden lassen und erhält am Ende einen Code, mit dem man sich eine 50 Euro-Ermäßigung für den Sommerurlaub in Portorož erarbeitet hat. Letztendlich sind der Seite auch gleich die VIP-Angebote bzw. die Buchungsseiten hinterlegt, auf denen man den Code einlösen kann, jedoch nur, wenn der Aufenthalt einen Wert von über 500 Euro hat und die Reservierung bis zum 31. August 2012 vorgenommen wird. Diese Vorgaben relativieren die von mir zunächst als kreativ eingestufte Marketingidee dann allerdings sehr. Oder fühlen Sie sich bei 50 Euro-Ermäßigung wie ein VIP-Gast wahrgenommen?

To-go-Geschäft für sich entschieden


Kaffee ist längst mehr als ein Muntermacher Foto: Aral

BOCHUM Schon während der Arbeit an der snack 2011 über „Mobile Eater“ wurde im vergangenen Jahr deutlich, wer die Big-Player im Außerhausgeschäft sind und dass gerade die Mineralölunternehmen so klassischen Food-to-go-Anbietern wie etwa Bäckereien einen Teil ihres Kerngeschäft-Kuchens abgenommen haben. Aral, die Tankstellenmarke der deutschen BP, hat mit dem PetitBistro längst Erfolgsgeschichte geschrieben und vermeldete im April 41,4 Mio. Euro Umsatz mit Kaffee, Milchkaffee, Latte Macchiato und Co. für das Jahr 2011. Davon entfielen 29,6 Mio. Euro auf rund 30 Mio. verkaufter Kaffees.

Kein Wunder, wenn täglich mehr als 80.000 Kaffeekunden bei dem Unternehmen einkehren. Nicht einmal ein Bäckereifachgeschäft in exponierter Innenstadtlage einer Großstadt mit rund 500.000 Einwohner kann auf diese Zahlen kommen. Das florierende Geschäft der Tankstellen basiert auf ihrer schnellen Erreichbarkeit, aber auch auf der zügigen Verfügbarkeit der Produkte. Letztendlich haben die Tankstellen mit den Kaffeehäusern das Coffee-to-go-Geschäft in Deutschland attraktiv gemacht – Aral leistet vielleicht auch deshalb und aufgrund des anhaltenden Erfolgs Pionierarbeit und legt die Kaffee-Studie 2012 vor. Dazu wurden vom 10. bis 14. Februar 2012 1.000 Online-Befragungen durchgeführt. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgte als repräsentative Stichprobe der Bevölkerung ab 18 Jahren. Die Studie umfasste insgesamt 30 Fragen und wurde vom Institut für Automobil-Marktforschung ausgewertet.

Danach stehen nach wie vor ein schwarzer Kaffee oder ein Kaffee mit Milch und/oder Zucker ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Dennoch wächst die Zahl der Kunden, die sich immer häufiger für eine Spezialität entscheiden. Darüber hinaus interessieren sich auch immer mehr Konsumenten für einen nachhaltigen Anbau des Kaffees und eine faire Entlohnung der Menschen, die mit dem Anbau und der Weiterverarbeitung ihren Lebensunterhalt sichern. Mit diesen Anhaltspunkten könnte sich allerdings auch ein Food-to-go-Geschäft in einer deutschen Innenstadt einen Wettbewerbsvorteil erarbeitet. Die Studie ist hier einsehbar.

Hier ist die Aufzucht noch artgerecht

Hohe Fleisch-Qualität: Im Fulda-Werra-Bergland wachsen die Kühe noch artgerecht auf Foto: Silke Liebig-Braunholz

HESSISCH LICHTENAU Im Vorfeld des diesjährigen Spezialitätenfestivals „Nordhessen geschmackvoll!“ in Melsungen, produziere ich gerade eine Genussreise für das Slow Food Magazin. Dafür spreche ich vor allem mit den Erzeugern der Lebensmittel, die in dieser Region hergestellt werden und recherchiere, wie die an Slow Food Kriterien orientierte Lebensmittelwirtschaft in Nordhessen funktioniert.

Eine Station bisher war das Gut Friedrichsbrück, ein landwirtschaftlicher Betrieb in Hessisch Lichtenau, dessen Limousin-Rinder vom Frühjahr bis in den Spätherbst noch auf riesigen Weiden im Fulda-Werra-Bergland grasen und innerhalb ihrer Familie aufwachsen. Die aus dem französischen Zentralmassiv bei Limoges stammende Rasse ist seit den 70er Jahren in Deutschland beheimatet und fühlt sich beispielsweise in Nordhessen auf über 500 Meter Höhe sehr wohl.

Auf dem Gut Friedrichsbrück werden die reinrassigen Rinder ausschießlich von Weidegras, Silage – ein durch Gärung konserviertes hochwertiges Grünfutter – und Heu ernährt und sind damit ein Garant für eine hochwertige Fleischqualität, die besonders in Gourmetküchen begehrt ist. Mehr zur Genussreise mit zahlreichen kulinarischen Geheimtipps gibt es in der Ausgabe 5-12 des Magazins.

Das Geheimnis ist der Rohstoff

Weinberge, Rum- und Bierherstellung, wilde Trüffel und würzige Käsesorten. Gotland überrascht mit der Vielfalt seiner kulinarischen Produkte und Genüsse. Damit ist die schwedische Insel eine weitere Destination, die sich mit diesen Schwerpunkten positioniert und vermarktet.

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Trüffel sind eine der zahlreiche Attraktionen auf der Insel Gotland Foto: Jakob Fridholm/imagebank.sweden.se

Auf der Insel mit nur rund 57.000 Einwohnern befinden sich einige der besten Restaurants des Landes, die überwiegend lokale Rohwaren verarbeiten. Zudem besteht zunehmend die Möglichkeit, die Quellen dieser Lebensmittel zu besuchen – im Herbst lockt beispielsweise eine Trüffelsafari zu den so genannten Bourgognetrüffel (Tuberaestivum) und der Bagnoli-Trüffel (Tuber Mesentericum) in Furillen oder Ljugarn.

Für Feinschmecker bietet das Netzwerk Kulinarisches Gotland eine gute Orientierung. Die sieben Mitgliedsbetriebe haben sich der ganzheitlichen Erfahrung verschrieben. So verpflichtet sich jedes Restaurant beispielsweise, nur Mitarbeiter zu beschäftigen, die gut ausgebildet sind. Außerdem werden nur Rohstoffe von hoher Qualität und regionaler Herkunft verwendet. Zudem verfolgt jedes Mitgliedsrestaurant einen Umwelt-Ansatz, verwendet möglichst viele Rohwaren aus biologischem Anbau und hat die Weinkarte im Idealfall von einem ausgebildeten Sommelier sortieren lassen. Im White Guide sind etliche gotländische Restaurants erwähnt, aktuell unter anderem das 50 Kvadrat in Visby.

So geht’s nach Gotland.

Reiseziel documenta 13

vgwortDie Hotellerie in Kassel ist für die internationalen Gäste bestens aufgestellt. Viele Häuser haben vor der documenta 13 nochmal investiert Foto: Liebig-Braunholz

KASSEL Die documenta 13 wird in diesem Sommer voraussichtlich nicht nur Kunstbegeisterte anziehen. In den vergangenen Ausstellungsjahren mauserte sich die Stadt Kassel in dieser Zeit zu einem attraktiven Reiseziel innerhalb Deutschlands. Zur letzten documenta im Jahr 2007 kamen rund 750.000 Besucher.

Seit gestern hat die weltweit größte Ausstellung zeitgenössischer Kunst geöffnet. Bis zum 16. September werden mehr als 150 Künstler aus 55 Ländern sowie Teilnehmer aus der ganzen Welt zusammenkommen und vielfältige künstlerische Praktiken wie etwa Performance, Installation, Forschung, Film oder gar Experimente auf dem Gebiet der Kunst, Politik, Literatur, Philosophie und Wissenschaft präsentieren. „Was manche dieser Teilnehmer tun, und was sie in der documenta 13 »ausstellen«, mag Kunst sein oder auch nicht. Jedoch rufen ihre Taten, ihre Gesten, ihre Gedanken und ihr Wissen Umstände hervor, und werden wiederum von diesen Umständen produziert, die von der Kunst gelesen werden können – Aspekte, mit denen Kunst umgehen kann, und die von der Kunst aufgenommen werden können“, so die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev über das Konzept.

In der Hotellerie und Gastronomie war der Ansturm indes bisher eher verhalten. Aus der Erfahrung der letzten Ausstellungsjahre wissen viele Hoteliers aber, dass dieses Großereignis die Häuser lediglich zum Beginn und zum Ende der documenta vollends füllt. Dafür steigen die Zimmerpreise an – im Verhältnis zu anderen Städten mit gleichwertigen Großereignissen jedoch moderat, in diesem Jahr liegen die Raten im Durchschnitt zwischen 25 und 75 Prozent höher als außerhalb der documenta. Geschäftstüchtige Hoteliers bringt dies sogar auf die Idee, sich eine Domain unter dem Namen documenta-hotels.de zu sichern und selbst rund 100 Kilometer von Kassel entfernte Hotels zu vermarkten. Ein Zeichen dafür, dass diese Region nach derartigen Events lechzt.