Marques&Coop: Marken- und Winzerweine in Hamburg

Erstmals hat sich Marques & Coop, ein Verbund von 12 französischen Winzergenossenschaften, in Hamburg einem exklusiven Fachpublikum vorgestellt. Im Café Paris sprach Marques & Coop-Geschäftsführer Jacques Tranier auch über die Ziele dieser Vereinigung, ihre Weinregionen und Trauben in den Focus der Öffentlichkeit zu stellen. „Es genügt nicht, die richtigen Trauben zu haben. Für die besten Cuvées kommt es auf die Terroirs an“, betonte Tranier.

Marques&Coop
Exklusive Weinverkostung im Café Paris Foto: Liebig-Braunholz
Vorgestellt haben die Winzer rund 70 Raritäten aus den einzelnen Gegenden. In ihnen bewirtschaften etwa 4.000 Winzer eine Anbaufläche von 30.000 Hektar. Pro Jahr produzieren sie 180 Millionen Flaschen Wein. Mit der Qualitätsoffensive ihres genossenschaftlichen Verbundes wollen sie den europäischen Markt nunmehr durchdringen.

Wenn Gastronomie das Thema Wein lebt

Anfang April haben die WeinPlaces Zuwachs bekommen. Als bekennende Weinliebhaberin freue ich mich über jedes neue Objekt, das sich als zeitgemäße und leicht zugängliche Weingastronomie eignet und dem Wein unterordnet. Ziel der Initiative ist es, weinaffine Gastronomen zusammenzuführen und ihre Bekanntheit bei weininteressierten Verbrauchern zu fördern – so ist eine Art Weinführer aus erster Experten Hand entstanden.

2014 erstmals initiiert
Die Arbeit der Jury, die aus erwiesenen Kennern der Szene, unter anderem Sebastian Bordthäuser und Christina Fischer und Stuart Pigott besteht, wird vom Gerolsteiner Brunnen seit 2014 initiiert. Selbstverständlich nicht ohne Eigennutz, wie Marketingleiter Marcus Macioszek unumwunden zugab: „Wir wollen in den WeinPlaces auch unseren Absatz erhöhen, weil zum Wein immer auch Wasser getrunken wird“, sagte er.

Wo die WeinPlaces zu finden sind
Eine Übersicht über die Objekte inklusive der Neuzugänge in Berlin, Essen, Hamburg, Köln, München und Westerland gibt es hier. Näheres zum Event hier.

70 Kilometer von der Ostsee entfernt wächst Wein

Seit dem 3. Oktober wird auf Schloss Rattey Wein gelesen. Foto: Park Hotel

SCHÖNBECK RATTEY Auf dem größten norddeutschen Weingut hat die diesjährige Weinlese begonnen. Im Park Hotel Schloss Rattey wird in den nächsten Wochen über 15.000 Liter Wein aus den Trauben der Weingärten gekeltert.

Das Park Hotel Schloss Rattey liegt inmitten von 700-jährigen Eichen und mehreren Hektar Wein in zwölf Weingärten. „Seit dem Jahr 1229 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Mecklenburg nachweislich Wein angebaut. 1999 wurde der regionale Weinbau von einem privaten Verein, dem Verein der Privatwinzer zu Rattey e.V. mit ursprünglich sieben Mitgliedern wiederbelebt“, berichtet Hardy Eitner, Direktor des Park Hotels Schloss Rattey. Für die Erlaubnis zum Vertrieb des „Mecklenburger Landweins“ bedurfte es 2004 sogar einer Änderung des Weinrechts durch den Bundesrat. Seitdem ist das Stargarder Land mit den Weinorten Rattey und Burg Stargard das nördlichste zusammenhängende Weinanbaugebiet, das in Deutschland offiziell bestätigt wurde.

Schloss_Rattey03_Vorderansicht_Bildquelle_Stefan_Schmidt Vorderansicht des Park Hotels. Foto: Stefan Schmidt

Trotz seiner nördlichen Lage hat der Wein im Schlosspark Rattey optimale klimatische Bedingungen, um gut zu wachsen: „Wir liegen hier sehr geschützt, haben außerordentlich viel Sonne, windgeschützte Lagen und ausreichende Temperaturen. Außerdem besteht der Boden aus einem Lehm-Sand-Gemisch – das Richtige für unsere Rebsorten“, so Hardy Eitner. Angebaut werden verschiedene frostbeständige Rebsorten, beispielsweise Regent, Phönix und Solaris. Die besten weißen Phönix- und roten Regent-Weine werden zum Teil sogar im Eichenholzfass ausgebaut.

Weintourismus: Die genussvolle Art zu reisen

SAUMUR/LOIRE Das als UNESCO-Weltkulturerbe klassifizierte Tal der Loire, die drittgrößte französische AOC-Region (Appellations d’Origine Contrõlée – eine Vorschrift, die die Herkunft von Wein garantiert, indem sie bestimmte Anbaugebiete festlegt) zieht viele Touristen und Weinliebhaber an. Allein in und um Saumur entdecken jährlich eine halbe Million Besucher die Schönheiten dieser Region: legendäre Schlösser, unterirdische Grotten und Höhlen (die Troglodyten), die weltberühmte Reitschule Cadre Noir und nicht zuletzt die zahlreichen Weinkeller, die sich gegenseitig mit Ideen überbieten, um ihren Gästen einen unvergesslichen Besuch zu ermöglichen.

Domaine National de Chambord - Reflet dans les eaux

Schloss Chambord – das das größte Schloss der Loireregion Foto: Flickr

Der Weinbau an der Loire reicht bis zu den Römern zurück, die erste Weinberge im Pays Nantais anlegten. Heute ist die Loire Frankreichs Weißwein-Region Nummer eins. Entlang des über 1.000 Kilometer langen Flusses reiht sich eine Weinbauregion an die andere und viele touristische Websites wie diese empfehlen Touren durch die Regionen. Insgesamt ist die Loire mit ihren 7.000 Weinbaubetrieben das größte Anbaugebiet für Weißwein in Frankreich sowie das zweitgrößte Anbaugebiet für AOC-Roséweine und das drittgrößte Anbaugebiet für AOC-Weine. Nur in der Champagne wird mehr Schaumwein hergestellt.

„Für mich sind Weine der Loire die wichtigsten Weine in der Gastronomie.“ Olivier Poussier (Sommelier-Weltmeister 2000) Foto: InterLoire

Aufgrund der enormen Länge des Flusses und der damit verbundenen verschiedenen Landschaften, geologischen Formationen und Klimata ist die Loire die einzige Region in Frankreich, in der Wein in allen möglichen Facetten produziert wird. Folgt man dem Flusslauf der Loire von der Quelle in der Auvergne bis zur Mündung in den Atlantik in der Bretagne, so befinden sich die bekannteren Lagen im so genannten Centre-Loire rund um Sancerre: Quincy, Menetou-Salon, Reuilly, Coteaux du Giennois, Châteaumeillant und natürlich Pouilly Fumé. Weiter flussabwärts fließt die Loire durch große alte Städte wie Orléans, Blois, Tours und Angers. Das Klima wird wärmer, die Böden reichhaltiger – und damit ändern sich auch die Stilistik der Weine und die angebauten Rebsorten. Chenin Blanc, der oft mit Riesling verglichen wird, findet hier seine schönste und finessenreichste Ausprägung. In den Lagen wie Anjou Blanc, Saumur Blanc, Savennières, Bonnezeaux, Quarts de Chaume und Coteaux du Layon zeigt der Chenin Blanc, warum er dem Riesling ebenbürtig ist. Die Schaumweine, die zum Beispiel in der AOC Vouvray aus Chenin Blanc entstehen, gehören zu den eigenständigsten und differenziertesten Frankreichs.

Je näher die Loire dem Atlantik zufließt, desto mehr dominieren Rebsorten, die perfekt mit Austern und Fisch harmonieren: der Melon de Bourgogne, besser bekannt unter dem Namen Muscadet und die Folle Blanche. Trotz ihrer großen Bandbreite vereinen die Weine von der Loire verschiedene typische Charakteristika in sich: Das milde und kühlere Klima sorgt dafür, dass die Weine immer – unabhängig vom Reifegrad – eine erfrischende Säure haben, die gut mit der Frucht und dem Alkoholgehalt der Weine harmoniert.

Viele Sommeliers schätzen die Weine der Loire, so auch Hendrik Thoma, der kürzlich in Frankfurt einen Abend mit dem Marktführer unter den „Fines Bulles de Loire“, also den Appellationen an der Loire, die nach der „Méthode traditionelle“ hochwertige Schaumweine wie dem Crémant de Loire produzieren – moderierte. Seit 1811 wird Schaumwein an der Loire hergestellt. Damals erkannte Jean-Baptiste Ackermann, ein Champagner-Produzent, dass in der Region Saumur optimale Bedingungen zur Schaumweinproduktion herrschen. Die lange Tradition an der Loire war der Grundstein für die Anerkennung der AOC Crémant de Loire, die aus einem Anforderungskatalog des französischen Weinbauinstituts INAO (Institut National des Appellations d’Origine) zur strengen Reglementierung der Crémant-Herstellung in Frankreich hervorging. Der Crémant de Loire wird in den Gebieten Anjou, Saumur und Touraine auf 1.600 Hektar produziert. Die durchschnittliche Jahresproduktion beträgt etwa 100.000 Hektoliter. Hauptrebsorten sind Chenin Blanc, Chardonnay und Cabernet Franc. Cabernet Sauvignon und Pineau d’Aunis dürfen bis zu 30 Prozent in der Cuvée enthalten sein. Die Weine müssen mindestens zwölf Monate in Rüttelpulten reifen.