„Naked Restaurant“ eröffnet in London

Im Juni eröffnet Londons naked restaurant The Bunyadi im Zentrum von London. Bereits 16.048 Interessenten haben sich auf der Warteliste eingetragen.

Die Idee der Macher des Restaurants, die zudem das beliebte ABQ – die Breaking Bad inspirierte Cocktail-Bar – in der Boundary Street in der Nähe des beliebten Columbia Road Flower Market betreiben, ist „wahre Befreiung zu erleben“, erklärt Sebastian Lyall, der Gründer von Lollipop, die Projekte wie das ABQ und jetzt The Bunyadi betreiben.

Im naked restaurant in London sitzen die Gäste in voneinander abgetrennten Bereichen auf Hockern und an runden Kuben. Foto: The Bunyadi
Im naked restaurant in London sitzen die Gäste in voneinander abgetrennten Bereichen auf Hockern und an runden Kuben. Foto: The Bunyadi

Das Restaurant öffnet für drei Monate. Die Küche bietet unter anderem auch vegane Degustationsmenüs. Gekocht wird auf Holzfeuer. Die Gäste können ihre Kleidung in Umkleidekabinen und Schließfächern abgeben. Fotografieren ist verboten.

Bad Füssing: Meistbesuchtes Heilbad

Europas übernachtungsstärkstes Heilbad liegt im niederbayerischen Landkreis Passau. 2014 zählte Bad Füssing die höchsten Gästezahlen in der 60-jährigen Ortsgeschichte. Der Kurort gilt heute als das meistbesuchte Heilbad weltweit.

Viele Besucher lieben den Luxus der unzähligen Erholungsmöglichkeiten Foto: Joe Riedmann
Viele Besucher lieben den Luxus der unzähligen Erholungsmöglichkeiten Foto: Joe Riedmann

Laut der jetzt vorgelegten Statistik kamen im letzten Jahr 304.270 Übernachtungsgäste. Die Zahl der Übernachtungen stieg auf knapp 2,5 Millionen, das sind mehr als in jedem anderen Kurort. Die Tagesgäste eingeschlossen wird Bad Füssings Thermenlandschaft – mit 12.000 Quadratmeter Wasserfläche die weitläufigste auf dem Kontinent – jedes Jahr von 1,6 Millionen Badegästen besucht.

Die Zuwachsraten bei den Gästezahlen in Bad Füssing und auch in allen anderen bayerischen Kurorten, sind insgesamt allerdings relativ: In Bad Füssing gelang es zwar auch 2014 mit einfallsreicher Werbung, besserem Service und dem legendären Heilwasser viele neue Gäste anzulocken, der Trend zu immer kürzeren Urlaubsaufenthalten aber drückt auf die Erfolgsbilanz. Das Urlaubsverhalten der Deutschen ändert sich grundlegend. Die Menschen reisen öfter, aber bleiben kürzer. „Würden die Gäste heute genauso lange bleiben wie 2001, hätten wir 2014 rund 3,7 Millionen Übernachtungen gehabt, statt der tatsächlichen 2,5 Millionen“, sagt Kurdirektor Rudolf Weinberger.

Um diesem Trend ein wenig gegenzusteuern muss das Heilbad mit zusätzlichen Attraktionen aufwarten. Eine davon ist die Bierspezialitätenwoche, die am kommenden Freitag beginnt.

Kaffeemühlen wie Sand am Meer

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Seit Petra und Jörg Bergemann noch mal 300.000 Euro in ihr Café investiert haben, wirkt dieses mondän und lässt dennoch Details der langen Tradition entdecken. Dazu gehört unabdingbar die Kaffeemühlensammlung mit den 270 Unikaten.

Kaffeemühlen
Ein Teil der Kaffeemühlensammlung im Cafe Pammel Fotos (4): Silke Liebig-Braunholz

Beste Cafehaus-Tradition im Café Pammel

„Als wir das Haus übernahmen war es rentabel und eine feste Größe in der nordrheinwestfälischen Kreisstadt Höxter. Seit 1930 steht Pammel mitten in der Fußgängerzone für beste Caféhaus-Tradition“ erzählt Jörg Bergemann. Deshalb hat er zunächst erstmal den Alltag beobachtet, die Gästestruktur analysiert und gemeinsam mit einem Betriebsberater erste Veränderungen erdacht. Vier Jahre später folgte die erste Investition in eine neue Theke im blauen Ton und in Kirschholz-Optik. Das Ladengeschäft, in dem vor allem im Winter viele Confiserieartikel verkauft werden, blieb im bekannten Stil bestehen. „Mit diesem Schritt haben wir bei den Kunden einen Aha-Effekt ausgelöst. Nach dem Einkauf im Laden kommen viele nach oben in das Cafe. Da war das Staunen vorprogrammiert. Wir hatten die Stammgäste an erste Neuerungen gewöhnt“, sagt Jörg Bergemann.

Einige Jahre später wurde jedoch der Laden völlig neu gestaltet – das Café Pammel sollte sich diesem Erscheinungsbild anpassen. Bergemann hatte dafür mit Elisabeth Küper eine Beraterin engagiert, die seit vielen Jahren bei der Erstellung von zeitgemäßen Läden für Handel und Industrie behilflich ist. Das neue Konzept war gewagt: Geschäft und Café präsentieren sich seither in schwarz-weißem Look mit einer klaren Linie. „Sie hat eine Menge Details auf den Punkt gebracht. Das hat mich beeindruckt. Stühle und Tische wurden beispielsweise eigens für unser Haus produziert. Es ist nichts aus der Konserve. Wir sind dadurch mit einem Unikat am Markt präsent und nicht austauschbar“, erzählt der Chef.

Petra und Jörg Bergemann.
Die Konditorenmeister Petra und Jörg Bergemann.

Hier sieht Bergemann auch die meisten Chancen für seine eigene unternehmerische Zukunft. Angebote, die sich gleichen seien langweilig. Als Inhaber eines Betriebes wie dem Café Pammel müsse man sich ständig rühren: „Wenn es mal zu ruhig ist, schauen wir sofort woran es liegt“, gesteht Bergemann. Deshalb passte er dem neuen Ladenkonzept auch sein Angebot an. In der turbulenten Ferienzeit werde die Fachwerkstadt oft von Bustouristen besucht. Dann kommen Gästemassen in das Café. „Wir konnten diesem Andrang nicht gerecht werden und haben sogar unsere Individualgäste vernachlässigt. Das gefiel uns nicht, weshalb wir unser Angebot entsprechend optimiert haben“, erzählt Petra Bergemann.

inneneinrichtung
Heute präsentiert sich das Cafe Pammel schlicht und in einer klaren Struktur.

Buffet und Kaffee satt

Nun gibt es von allem ein bisschen weniger. Die vielen Varianten wurden reduziert. So könne das Team seinem hohen Anspruch an Frische gerecht werden und die Qualität bei der Zubereitung der Ware sichern. Auch die Tagesgerichte sind entfallen. Dafür gibt es eine größere Vielfalt an kleinen Speisen. „Wir wollen mit besonderen Angeboten punkten. Dazu gehört für uns die schnelle kleine, aber frische hochwertige Mahlzeit für zwischendurch“, sagt Bergemann. Der Bayerische Topfenstrudel für 2,60 Euro beispielsweise ist ein Renner im Caféhaus, genauso wie das Frühstücksangebot. Für 8,40 Euro gibt es Buffet und Kaffee satt. Bis zu zwei Stunden Aufenthalt seien für die Gäste normal. Im Anschluss nehmen viele von ihnen sogar noch die selbst hergestellte Konfitüre aus dem Café Pammel mit, die ihnen am Bufett am besten geschmeckt hat. „Das ist ein nicht zu unterschätzender Umsatzbringer in unserem Ladengeschäft. Das Frühstücksbufett enthält deshalb mindestens zwölf Sorten unserer Angebote, damit die Gäste auf den Geschmack kommen“, sagt Jörg Bergemann.

Präsente
Umsatzbringer Präsente: Der Hexenpunsch ist ein beliebtes Mitbringsel aus der Fachwerkstadt Höxter.

Mit seinen Ideen konnte das Inhaberehepaar letztendlich den Umsatz stetig steigern. 40 Prozent der Gesamtsumme mache der Ladenbetrieb aus, 60 Prozent das Caféhaus mit dem Straßenverkauf. Dafür hat Konditormeister Bergemann auch das Speiseeis einer Rezeptinnovation unterzogen. „Wir haben unser Eis immer selbst hergestellt. Mit der neuen Theke im Ladengeschäft präsentieren wir nun aber dekoriertes Eis. Wir arbeiten mit Frischjoghurt und zersetzen das Eis mit unseren Soßen, wie beispielsweise Holundersoße. Am Ende wird das Eis noch dekoriert“, erzählt Bergemann, der die Glasfront des Geschäfts im Sommer öffnet, damit die Theken entsprechend wahrgenommen werden.

Reich an Geschichten

Ein ebenso nicht zu unterschätzender Umsatzbestandteil ist das Präsentangebot. Der regionale Bezug hilft bei der Auswahl der Themen. Höxter ist reich an Geschichten, Dichter wie Hoffmann von Fallersleben hinterließen hier ihre Spuren. Die ehemalige Benediktinerabtei – das Kloster Corvey – ist weit bekannt. Bergemann hat sich darauf eingestellt. Es gibt eine Corvey-Torte, die Hoffmann-Pralinen oder auch den Huxaria-Taler – eine Hommage an den früheren Namen der Stadt Höxter. „Unsere Region ist beliebt bei Fahrradtouristen. Für sie kreieren wir immer wieder Give aways“, bestätigt der Konditor. Den bei Bergemann beliebten Aha-Effekt verschafft der Meister seinen Gästen jedoch immer wieder mit seiner Kaffeemühlensammlung. Er hat die wohl größte Sammlung weit und breit.

Informationen:

Café Pammel
37671 Höxter, Am Markt 10
Tel.: 05271 / 7930
täglich bis 18.30 Uhr geöffnet

erschienen in der Fachzeitschrift Konditorei & Café

Fauxpas, die der Gast nicht mag

vg wort

Sie locken mit tollen Bildern, Inklusivangeboten und im Winter gern mit Schneesicherheit: Tourismushochburgen wie die Region rund um den staatlich anerkannten Luftkurort Oberhof, direkt am Rennsteig im Thüringer Wald gelegen, haben allein durch ihr Potenzial an Sehenswürdigkeiten, Attraktionen und Legendenbildungen immer Saison.

Die Touristen kommen zunächst einmal aus einer anderen Motivation in die Region – im Fall Oberhof war es bei uns die familiäre Sportbegeisterung für die skilaufenden Disziplinen wie etwa Biathlon, Skilanglauf oder Skeleton. Wir wollten die Ski-Arena einmal genauer betrachten und die Gegend ein wenig besser kennen lernen. Leider hatten wir uns aus Zeitmangel und auch mangels ausreichender Gastgeber-Kapazitäten für das falsche Hotel entschieden.

Abfertigung der Gäste

Die Erlebnisse im Treff-Hotel Panorama waren einschneidende Erlebnisse und am Abreisetag nicht etwa von großem Interesse beim Auschecken. Der übliche Spruch „Hat es Ihnen bei uns gefallen“ kommt dem Personal am Empfang gar nicht erst in den Sinn. So sehr ist man dort mit der Abfertigung der Gäste beschäftigt. Pannen gehören zum Tagesgeschäft und werden selbstverständlich sofort beseitigt, wenn der Gast diese moniert. Verbessern tut sich danach allerdings nichts.

Und so haben wir am Anreisetag nach der Besichtigung des völlig verschmutzten Zimmers ein neues Zimmer bezogen, im Restaurant am zugewiesenen Tisch erst einmal das Auswechseln der verdreckten Tischdecke erbeten, am nächsten Tag die Leistungen des Housekeeping beanstandet und feststellen müssen, dass die im Hotelprospekt auf den Zimmern angekündigten Sportübertragungen (per sky) in der Thüringer Stube mal eben gestrichen wurden.

Inklusive-Leistung nur zum Schein

Auch im Erlebnisführer zur Oberhof All Inclusive Card, den das Hotel in seinen Arrangements gern anpreist, wird nicht alles so ernst genommen. So gibt es beispielsweise im elmi Cafe im Oberen Hof keinen Kaffee inklusive einem Gebäckstückchen, sondern lediglich ein Gebäckstückchen. „Das Bild dort im Heft ist leider falsch und das war ein Versehen“, entgegnete eine Servicemitarbeiterin auf Anfrage und damit war die Zweideutigkeit erklärt. Keine Frage, dass beim näheren Hinschauen deutlich wird, dass nur das Gebäckstück als Inklusive-Leistung enthalten ist. Dennoch suggeriert das Foto mit der Tasse etwas anderes und wenn dieses Foto versehentlich abgedruckt wurde, sollte die Leistung auch erbracht werden. Denn es sind gerade diese Kleinigkeiten, mit denen Leistungsträger Gäste an sich binden können und nicht etwa noch dazu beitragen, dass die anderen aufgeführten Anbieter in ein Licht geraten, in das sie vielleicht nicht hineingehören.

Reste miteinander vermengt

Mein unglaublichstes Erlebnis bei diesem Kurzaufenthalt hatte ich jedoch abends im Hotel am Buffet. Vor den Augen der Gäste wurden die Reste der Desserts miteinander vermengt. Das Hotel war zu diesem Zeitpunkt sehr gut gebucht und das Restaurant überfüllt, so dass ich nicht glauben wollte, wie sehr die Mitarbeiter in diesem Haus die plausibelsten Hygienevorschriften missachten. Das gilt auch für das verzögerte Abräumen der Tische. Das Geschirr steht derart lange verschmutzt herum, dass sich niemand mehr wohlfühlen kann in diesem Restaurant.

Mein Fazit kann deshalb nur alarmierend ausfallen. Hier muss schnellsten eine unabhängige Qualitätsoffensive bereits vor dem Gast die Mängel erkennen und selbstverständlich auch abstellen. Selbstkritisch bleibt zudem festzuhalten, dass die schnelle Entscheidung für ein Hotel fatale Folgen haben kann – leider!