Elverfelds neue Herausforderung auf hoher See

Beim anhaltenden Boom des Kreuzfahrt-Tourismus verwunderte die Meldung nicht. Nun geht also auch eine Luxushotelmarke auf See. Ritz-Carlton will bereits 2019 exklusive Yacht-Kreuzfahrten mit einer Gourmetküche anbieten.

Sven Elverfeld ist einer der wenigen Drei-Sterne-Köche in Deutschland und hält dieses Niveau für das Restaurant Aqua in Wolfsburg. Auf der Liste The World’s 50 Best Restaurants ist er in diesem Jahr auf Platz 70 abgerutscht. Foto: The Ritz-Carlton Wolfsburg

Sven Elverfeld, Küchenchef im Restaurant Aqua des The Ritz-Carlton Wolfsburg verkündete dazu auf der Social Media Plattform LinkedIn: „Great news – freue mich auf diese neue zusätzliche Aufgabe! Die Basis wird aber nach wie vor das Aqua *** bleiben!“

Die Herausforderung besteht nun in der Konzeption. Alle Ritz-Carlton-Yachten werden mit einem Restaurant des Sternekoch ausgestattet und dürften kulinarischen Hochgenuss versprechen. Damit wird die Luxus-Hotelmarke von Marriott International anderen Kreuzfahrtunternehmen, die beispielsweise Dieter Müller, Tim Mälzer oder die Konditorweltmeisterin Andrea Schirmaier-Huber u.a. verpflichten, gehörig Konkurrenz bieten.

Beispiel einer Yacht, die ab 2019 in See stechen wird. Foto: The Ritz-Carlton Hotel Company

René Redzepis Noma erobert Sydney

Found a new ingredient in Australia

Ein von Rene Redzepi (@reneredzepinoma) gepostetes Foto am

SYDNEY Gestern Abend hat das Restaurant Noma Australia in Barangaroo (Sydney) für zehn Wochen seine Türen geöffnet. Bis zum 2. April bewirtet das Team um René Redzepi im australischen Pendant zum dänischen Noma seine Gäste mit Gerichten aus landestypischen Zutaten und Erzeugnissen, mit einem starken Fokus auf Meerestiere und Seafood. Die C, D, E, F …-Promis aus dem diesjährigen Dschungelcamp (RTL) werden allerdings nicht vom Noma Australia verwöhnt.

Der Chefkoch des Noma in Kopenhagen und sein Team verbrachten zwölf Monate damit, jede Ecke Australiens, alle Staaten und Territorien, zu bereisen, um lokale Zutaten, Weine und Zubereitungsmethoden der Australier zu entdecken: „Während der Reise habe ich Zutaten kennen gelernt, die mir bis dahin komplett fremd waren. Nach Abalonen stöbern, frische Muntries essen, an Pfefferbeeren knabbern und eine Bunya-Nuss knacken – diese Erfahrungen sind so anders im Vergleich zu dem, was wir aus Europa gewohnt sind. Die gemeinsame Zeit mit den Ureinwohnern Australiens, wie zum Beispiel in Arnhem Land, hat bei meinem Team und mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Zubereitung sämtlicher Gerichte am offenen Feuer hat uns inspiriert. Fast alles, was wir im Noma Australia kochen, wird daher genauso zubereitet. Wir haben eine Speisekarte kreiert, die stark vom Ozean und den Küstenregionen inspiriert ist. Muscheln, Krabben, Krebse – die Meeresfrüchte in Australien sind so makellos, dass wir fast zu viel Auswahl hatten“, erklärt Redzepi, der seit Jahren zu den besten Köchen der Welt gehört.

Spanien hat die weltbesten Köche

Das El Celler de Can Roca in Girona/Spanien ist das beste Restaurant der Welt 2015. Die Jury mit den 972 Mitgliedern weltweit wählte das Restaurant im Rahmen des World’s 50 Best Restaurants auf Platz 1. Die Preisverleihung fand am Montagabend in London statt. Wir waren beim Livestream in Hamburg dabei.

World’s 50 Best Restaurants

Aus deutscher Sicht waren auch in diesem Jahr Sven Elverfeld und Joachim Wissler unter den besten Restaurants der Welt. Elverfeld belegte mit dem Aqua in Wolfsburg Platz 33, Wissler kam mit dem Vendome in Bergisch-Gladbach auf Platz 30.

Hier alle Preisträger im Überblick und einige Impressionen zum Abend in Hamburg. Alle Fotos: St. Pellegrino

Europa dominiert unter den weltbesten Restaurants

The World's 50 best Restaurants sponsored by S.PellegrinovgwortElena Arzak Espina ist die beste Köchin der Welt. Hier mit ihrem Vater Juan Mari
Fotos (3): Flickr/The World’s 50 best Restaurants sponsored by S.Pellegrino

LONDON Gestern Abend wurden die diesjährigen The World’s 50 Best Restaurant Awards in der Londoner Guildhall vergeben. Auch 2012 wird die Liste von Europa dominiert: Von den 7 französischen Restaurants befinden sich 5 unter den ersten 20. Spanien hat 5 Ranglistenplätze inne, einschließlich dem von Elena Arzak auf Platz 8. Arzak wurde gleichzeitig mit dem Veuve Clicquot World’s Best Female Chef Award ausgezeichnet.

Das Noma (Kopenhagen) gewann zum dritten Mal in Folge den Titel des besten Restaurants der Welt. Italien ist unter anderem auf Platz 5 mit der Osteria Francescana in Modena vertreten, die britische Fraktion mit Heston Blumenthals Dinner in London auf Platz 9 und die Schweden mit Frantzén/Lindeberg in Stockholm auf Platz 20. Das Oud Sluis (Niederlande) landete auf Platz 21. Aus Deutschland belegen das Aqua in Wolfsburg Platz 22 und das Vendome in Bergisch Gladbach Platz 23.

The World's 50 best Restaurants sponsored by S.Pellegrino
Sergio Herman (Oud Sluis) durfte sich über Platz 21 freuen

Neu war in diesem Jahr der Slow Food UK Award, gesponsert von Highland Park Single Malt Whiskey. Der Preis, mit dem Köche und Restaurants ausgezeichnet werden, die Kleinerzeuger und nachhaltige Qualitätsprodukte unterstützen, wurde an das Steirereck verliehen. „Eine speziell einberufene Jury bewertete die 50 besten Restaurants anhand der Grundsätze der Slow Food-Bewegung – regionale Herkunft, Tradition, Nachhaltigkeit und Wiederbelebung vergessener Nahrungsmittel – und Heinz Reitbauers (Foto) Steirereck in Wien lag letzten Endes an der Spitze.

Heinz Reitbauer, Steirereck

Das Restaurant befindet sich im zentral gelegenen Wiener Stadtpark und das dortige Engagement für regionale Erzeugnisse ist ebenso bemerkenswert wie die Verwendung historischer Zutaten und Rezepte sowie die Förderung der Nachhaltigkeit entlang der gesamten Nahrungskette“, fasste William Drew, Herausgeber der Zeitschrift Restaurant die Entscheidung zusammen.

Dieser Preis beweist einmal mehr, wie weit der Slow Food-Gedanke mittlerweile in der Gastronomie mit Weltklasse-Niveau angekommen ist. Es ist die logische Konsequenz aus dem simplen Verlangen nach Nachhaltigkeit, die das Denken der Slow-Foodies umtreibt.