Zurück in die Zukunft

Mit dem Leitgedanken „Zurück in die Zukunft“ kehrt Deutschlands Leitmesse für den Außer-Haus-Markt als Präsenzveranstaltung zurück. Auf der gerade beendeten Pressekonferenz gaben die Veranstalter einen Einblick in das neue Konzept der Internorga.

Bernd Aufderheide
Bernd Aufderheide während der Pressekonferenz im Studio der Hamburg Messe

Die überarbeitete Hallenstruktur soll das Messeerlebnis noch stärker in den Mittelpunkt rücken und gleichzeitig den langersehnten, persönlichen Austausch und das Netzwerken vis-à-vis ermöglichen. Die Leitmesse für den Außer-Haus-Markt wird unter der 2G-Regelung auf Basis eines individuell erarbeiteten Hygienekonzepts durchgeführt, so dass allen Teilnehmenden ein sichererer Messebesuch in Hamburg ermöglicht wird. „Wir sind an einer zügigen Rückkehr zu möglichst normalen Verhältnissen interessiert. So sind beispielsweise Bewirtung und Verkostungen auf den Ständen ohne Einschränkungen möglich, die Maskenpflicht entfällt. Wir werden daher ausschließlich geimpften oder genesenen Personen den Zugang ermöglichen“, sagt Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH.

Leitmesse für den Außer-Haus-Markt
Die Internorga findet vom 30. April bis zum 4. Mai 2022 in Hamburg statt

Produktneuheiten, Trends und visionäre Konzepte

Lange Schließungsphasen durch die Pandemie, disruptive Konzepte und globale Food-Trends haben die Branche verändert und fordern mehr denn je dynamische Marktbegleiter. Nationale und internationale Aussteller präsentieren auf der nun neuen Internorga an fünf Tagen Produktneuheiten, Trends und visionäre Konzepte. Die Bereiche „Nahrungsmittel und Getränke“, „Restaurant- und Hotelausstattung“, „Küchentechnik und -ausstattung“, „Bäckerei- und Konditoreibedarf“ sowie die Themenwelten „Digitales“ und „Outdoor“ rücken das Erlebnis Messe für alle Besucherinnen und Besucher stärker in den Mittelpunkt. Der Bereich „Delivery und Packaging“ bekommt erstmals einen eigenen Ausstellungsbereich.

Kampagne fordert radikale Reform des globalen Lebensmittelsystems

Die europäische Bewegung „Our Food. Our Future“ hat sich zum Ziel gesetzt, dem „weltweit kaputten Lebensmittelsystem ein Ende zu bereiten und fehlgeleitete Lieferketten zu durchbrechen“, so die Akteure der insgesamt 16 Organisationen aus der EU, Südafrika und Brasilien. Im Fokus stehen die Fairness gegenüber Arbeitsmigranten, der Umwelt und dem Klima.

Lebensmittelsystem
Foto: no-one-cares/nsplash
Lebensmittelsystem
Foto: Eddie Kopp/unsplash

Ziel der Bewegung ist es, Verbraucher in Europa von nachhaltigen Kaufentscheidungen zu überzeugen und den öffentlichen Druck auf politische Entscheidungsträger zu erhöhen. „Globale Agrar-Lieferketten müssen menschenwürdige Arbeitsbedingungen garantieren sowie Umwelt- und Klimaschutz gewährleisten“, heißt es in einer Erklärung. Das europäische Lieferkettengesetz (mHREDD), die Farm-to-Fork-Strategie sowie das neue Migrations- und Asyl-Paket seien zentrale politische Projekte für die Kommission und das EU-Parlament. Denn noch immer seien der Großteil der Lebensmittel in Supermärkten und Discountern mit Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörung und verschiedenen Formen von Ungerechtigkeit verbunden.

Lebensmittelsystem
Foto: Forrest Cavale/unsplash
Lebensmittelsystem
Foto: Markus Spiske/unsplash

Zu diesem polarisierenden Thema habe ich im vergangenen und diesem Jahr zur Produktion von Kaffee und Kakao recherchiert und kritisch berichtet. Die beiden Stories sind in der Lebensmittel Zeitung erschienen.

Knapp 100 Tonnen Lebensmittel gerettet

In der Aktionswoche „ Deutschland rettet Lebensmittel ” (noch bis zum 29. September 2020) hat das junge Unternehmen Rettergut aus Berlin verkündet, nunmehr fast 100 Tonnen Gemüse, Obst und andere hochwertige Rohstoffe gerettet zu haben. Mit ihrer jungen Food-Marke bewahren die Brüder Stephan und Philipp Prechtner damit viele Lebensmittel vor dem Abfall oder der Tierfutterverwertung. „Ein großer Teil unserer Arbeit besteht darin, herauszufinden, wann und wo Lebensmittel verschwendet werden. Das beginnt auf dem Acker, geht über Sortier- und Herstellbetriebe, den Handel und endet beim Verbraucher. Auf der ganzen Strecke wird weggeworfen, was das Zeug hält. Das Problem ist größer, als man denkt”, erklärt Geschäftsführer Philipp Prechtner.

Rettergut
Die Gründer der Food-Marke Rettergut, Stephan und Philipp Prechtner Foto: Jacqueline Schulz

Die Marke startete im Oktober 2019 mit einer Schokolade, in der Folge erschienen Biosuppen und Bioaufstriche (siehe auch hier den aktuellen Beitrag in der Lebensmittel Zeitung), Pasta und ein Erfrischungsgetränk. Seit September 2020 gehören auch Biopestos zum Sortiment.