Braumeister kreierten Jubiläums-Bier

Die Biermarke Hasseröder feiert Geburtstag und wird am 19. Mai 140 Jahre alt. Die Geschichte der einstigen Brauerei “Zum Auerhahn” begann 1872 im heutigen Wernigeroder Stadtteil Hasserode, wo pro Jahr über 2,7 Millionen Hektoliter Bier produziert werden.

140 Jahre: Hasseröder feiert Jubiläum Foto: Anheuser-Busch InBev

Seit 2004 (laut Pressemeldung, 2003 laut Website und Wikipedia gar seit 2008 – vielleicht kann ein Konzern dieser Größe diese Fauxpas mal ausbügeln) gehört das Unternehmen zum weltgrößten Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev mit Sitz in Bremen. In Deutschland zählt Hasseröder neben Beck’s und Franziskaner zu den drei stärksten Marken des Unternehmens, weltweit zu den wichtigsten 20.

Zum Jubiläum haben die Braumeister eine alte Rezeptur neu belebt. Mit dem “Hasseröder Fürstenbräu Granat” gibt es jetzt ein Bier mit einem röstaromatischen, vollmundigen Geschmack und 5,8 Prozent Alkoholgehalt. Auf der direkten Website der Marke mit dem Auerhahn ist dazu zwar noch nichts zu lesen, dafür gibt es dort aber jede Menge Informationen zu den anderen Produkten und zu Aktionen. Bis zur Fußball-WM wird das Unternehmen des deutschen Mannes liebstes Getränk aber garantiert noch umfangreich bewerben.

Verbraucher, empört euch!

Morgen gehen in Berlin wieder tausende Menschen für eine nachhaltige Landwirtschaft und Respekt vor den Tieren auf die Straße. Die Demonstration steht unter dem Motto “Wir haben es satt!” und wird von der Kampagne “Meine Landwirtschaft” organisiert.

Da in den kommenden Monaten die Weichen für eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik bis 2020 gestellt werden, ist den Initiatoren diese Demonstration besonders wichtig. Die Kampagne wird von Organisationen und Initiativen aus vielen gesellschaftlichen Bereichen getragen, die sich mit Landwirtschaft, Ernährung, Gesundheit, Umwelt, Natur-, Tier- und Verbraucherschutz sowie regionaler und internationaler Entwicklung befassen.

Im nächsten Slow Food Magazin erscheint von mir dazu ein umfangreiches Thema unter dem Titel “Verantwortung beginnt mit dem Stellen der Weiche”. Hier kommen zahlreiche Akteure zu Wort, die nach ihren Wünschen und Vorstellung zu den Herausforderungen eines nachhaltigen Wachstums, der die ländliche Entwicklung fördert und sie nicht vernichtet, der sich am Gemeinwohl orientiert – Menschen, Tieren und der Natur dient – befragt worden sind. Viele forderten Lösungswege aus den Irrwegen der globalen Landwirtschaft und vor allem die Verbraucher dazu auf, ihre Macht auszuüben. Mehr dazu im Heft 1/2012.

Die Demonstration am 21. Januar 2012 beginnt um 11:30 Uhr und startet am Berliner Hauptbahnhof (Washingtonplatz). Wer nicht teilnehmen kann, dennoch den Aufruf unterzeichnen will, kann dies über diesen Link tun.

Deutsche Brotkultur auf dem Weg zum Kulturerbe

Die Anzahl der Brotspezialitäten und die damit verbundene Kreativität übertreffen alle Erwartungen. Die Deutsche Brotkultur ist weltweit unerreicht. Mit der Bestandsaufnahme der ersten ihrer Art ist nun der Grundstein für die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe nach der UNESCO-Konvention gelegt. Was noch fehlt, ist die Ratifizierung des entsprechenden Übereinkommens durch den Deutschen Bundestag.

Brotkultur
Die Deutsche Brotkultur zählt wie die französische Esskultur oder der argentinische Tango zu den lebendigen kulturellen Ausdrucksformen. Foto: Silke Liebig-Braunholz

“Wir freuen uns, Ihnen heute die Auswertung des ersten Deutschen Brotregisters vorstellen zu können”, verkündete Peter Becker, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks in der vergangenen Woche. Insgesamt seien 2.256 Brotrezepte angemeldet worden und werde derzeit eine Systematik zur Kategorisierung erarbeitet. Becker geht bereits jetzt davon aus, dass es weit mehr als 300 Brotsorten in Deutschland gibt. “Sobald Deutschland dem Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Weltkulturerbes beigetreten ist, sind wir gerüstet”, sagt er. Fraktionsübergreifend befürworten die Parteien im Bundestag bereits jetzt eine Ratifizierung.