Das war überzeugend und kulinarisch überaus einfallsreich. Meine Kollegin Ann-Christin Baßin hat die Eindrücke unserer kleinen kulinarischen Reise durch das Luxushotel The Fontenay für die Website des Food Editors Club bereits zusammengefasst. Einen kleinen Nachschlag zum Treffen mit Bar-Manager Ceiron Gedigk gibt es hier. Er zeigte uns, wie die Gläser vor dem Befüllen mit Drinks gekühlt werden und erklärte, dass der Kühlwagen den Wert eines Kleinwagens besitzt.
Stippvisite in der Bleiche – eines der besten Resorts dieses Landes
Auf meinen zahlreichen Recherchetouren durch die internationale Hotellerie habe ich schon viele herausragende Plätze entdecken dürfen. Das Bleiche Resort & SPA in der brandenburgischen Gemeinde Burg im Spreewald gehört auch dazu. Nach meiner Stippvisite zähle ich dieses Resort zu einem der besten dieses Landes.


Michelin-Stern für 17fuffzig
Die Jury des Branchenpreises Hotelier des Jahres fand 2005 die wohl passendsten Worte für die Bleiche. Damals wurde das Resort „für herausragende Leistungen zur Profilierung der deutschen Hotellerie“ ausgezeichnet. Das Hotelier-Ehepaar Christine und Heinrich Michael Clausing erntete die Lorbeeren für eines der wohl ungewöhnlichsten Hotelkonzepte in den neuen Bundesländern. Die beiden waren Mitte der 90er Jahre von Bayern nach Brandenburg gekommen, um das Konzept umzusetzen. Als ehemaliges Ferienheim der Gewerkschaft gehörte das Resort, auf dem einst eine Leinenweberfabrik stand und Textilien gebleicht wurden, nach der Wende zum Sondervermögen der Treuhand. Die Clausings kauften und investierten, schufen Arbeitsplätze und vergrößerten, gründeten die Spreewälder Kulturstiftung zur Bewahrung der traditionellen Spreewälder Kultur und wurden ausgezeichnet, bekamen einen Michelin-Stern für ihr Gourmetrestaurant 17fuffzig und unterstützen seither das Spreewald-Literatur-Stipendium, das deutschsprachigen Autoren die Möglichkeit gibt, sich vom Spreewald inspirieren und ihn in ihre Werke einfließen zu lassen.


Pivate Exklusivität und Raum-Natur-Kunsterlebnis
Das Resort ist mehr als ein individuell geführtes Hotel mit mehreren Restaurants, einer Bibliothek, Landtherme, SPA, hoteleigenem Kahnsteg uvm. Das Raum-Natur-Kunsterleben ist hier der wahre Luxus. Seit der Neueröffnung im Juli wird dem noch mehr Raum, noch mehr private Exklusivität und noch mehr Großzügigkeit gegeben. „Wir wollen das unkomplizierte Lieblingshotel unserer Gäste sein“, bringen die Gastgeber ihr Konzept auf den Punkt. Wer hier ankommt, will verweilen und entspannt ohne eigenes Zutun. Ich habe selten einen derart durchdachten und auf den Gast fokussierten Ort gesehen.


Narrare-Testbewertung: 1 bis 5 Sterne
Ausstattung: 5+
Kulinarik: 5+
Service: 5+
Alte Posthalterei: Ein Stück Kultur in Zusmarshausen
Das Hotelier-Ehepaar Manuela und Marc Schumacher schreibt in der kleinen Marktgemeinde Zusmarshausen im schwäbischen Landkreis Augsburg weiter an einem Stück Regionalgeschichte. Ihr Hotel Alte Posthalterei wollen sie nach einer umfangreichen Kernsanierung als Wohlfühlort positionieren. Die ersten Schritte seit der Neueröffnung im Frühjahr diesen Jahres sind gelungen.

Schon bei der Einfahrt in die Tiefgarage des Hotels imponiert die erhaltene historische Bausubstanz. Im Haus sind es vor allem die Details, auf die Bauherren und Hoteliers geachtet haben, um die Geschichte an diesem Ort lebendig zu halten. Seit 1648 kehrten hier die unterschiedlichsten Gäste ein. In der Erinnerung sind vor allem Namen wie Napoleon, Fürst Metternich oder Marie Antoinette geblieben.

Das 30-köpfige Team legt viel Wert auf urige bayerische Gemütlichkeit. Das Restaurant ist bei meinem Besuch gut besucht. Auch viele Einheimische sind an diesem Abend in „ihr Traditionsgasthaus“ gekommen. Die Küche hält typisch bayerische Gerichte wie Zwiebelrostbraten, Schlutzkrapfen (Almkäse) oder Kaiserschmarn bereit. Daneben gibt es Schmankerl wie Ziegenkäse vom Tölzer Kasladen oder das Wildschwein mit Auberginencreme, Aprikosen und Gnocchi.


Die 66 Zimmer sind individuell eingerichtet. Einige tragen Namen der prominentesten Gäste. Die Handschrift der Schumachers ist auch hier zu spüren. Für das Fürstenzimmer Napoleon ließen sie sogar mit Stuck besetzte Lampen einbauen. Im Marie-Antoinette-Zimmer kann man sich wie die kleine Fürstin fühlen. Das Adelszimmer soll besonders edle Damen ansprechen. Geschäftsleute oder Hotelgäste, die auf der Durchreise sind, können sich im Posthalter- oder Kutscherzimmer einbuchen.


Narrare-Testbewertung: 1 bis 5 Sterne
Ausstattung: 5
Kulinarik: 5
Service: 5