Durchatmen zwecklos: Ein Trend jagt den anderen

Fünf Tage lang war die Internorga auf dem Gelände der Hamburg Messe und Congress in Hamburg Anlaufstelle für das ‚Who is Who‘ des gesamten Außer-Haus-Marktes. 96.000 Besucher kamen auf die vom Verband der Deutschen Messewirtschaft (AUMA) klassifizierte einzige internationale Fachmesse für Gastronomie und Hotellerie in Deutschland. 1.300 Aussteller aus 25 Nationen präsentierten in der ihr eigenen dynamischen Art und Weise die Trends und Innovationen des Außer-Haus-Marktes. Das wichtigste im Überblick:

Hotels:

Food:

Convenience:

Snacks:

Veggie:

Die Arche rettet Lebensmittel – Honig der Gurma ist der 5.000ste Passagier

Mit dem internationalen Projekt Arche des Geschmacks schützt Slow Food seit 1999 vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen, Gemüse- und Obstsorten sowie Lebensmittel, die mit handwerklichem Können und Wissen hergestellt werden. Nach dem Motto „Essen, was man retten will“ macht Slow Food diese Erzeugnisse und Techniken wieder bekannt und schützt die biokulturelle Vielfalt weltweit. Der Honig der Gurma aus der Region Tapoa in Burkina Faso ist nun bereits der 5.000ste Passagier. In Deutschland zählt die Arche aktuell „73 Passagiere“.

Der Honig wird in der gleichnamigen Region im Osten von Burkina Faso vom Stamm der Gurma hergestellt. Nicht nur seine lange Tradition, die hohe Qualität und Vielzahl an Aromen haben Slow Food davon überzeugt, den Honig in die Arche des Geschmacks aufzunehmen. Die Bewegung möchte damit auch ein deutliches Zeichen der Solidarität mit Bäuerinnen und Bauern sowie Erzeugerinnen und Erzeugern setzen, die ihre Ernährungstraditionen und zugleich die biologische Vielfalt bewahren. Derzeit unterstützten die Stiftung Fondazioni for Africa Burkina Faso, die italienische Entwicklungsagentur (AICS) sowie das Terra Madre Netzwerk von Slow Food den Stamm der Gurma dabei, ihre Arbeit mit dem Honig fortsetzen zu können. Lokale Imker haben den Honigerzeugerverband von Tapoa gegründet und betreiben ein Honiggeschäft in der Provinzhauptstadt Diapaga, in dem Qualitätsprodukte zu fairen Preisen angeboten werden.

Der Goldene Windbeutel entlarvt Werbelügen

Der Verein foodwatch entlarvt regelmäßig verbraucherfeindliche Praktiken der Lebensmittelindustrie und vergab auch 2018 wieder den Negativpreis für die dreisteste Werbelüge des Jahres. Bei einer Online-Abstimmung wählte fast ein Drittel der rund 70.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das „Smartwater“ von Coca Cola“.

„Coca-Cola betreibt dreiste Verbraucherabzocke mit dem Grundnahrungsmittel Nummer Eins. Um den Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen, hat sich Coca-Cola ein hanebüchenes Bearbeitungsverfahren ausgedacht, das wissenschaftlich klingt, aber völlig unsinnig ist. Das ‚Smartwater‘ ist einfach nur ein schnödes Wasser, teuer verkauft“, sagte Sophie Unger von foodwatch.

Coca-Cola bewirbt sein Produkt als „dampfdestilliertes natürliches Mineralwasser für einen klaren, frischen Geschmack“. Hinter Werbesprüchen wie „von Wolken inspiriert“ steckt ein simpler Vorgang: Das Wasser wird zuerst verdampft und dann wieder aufgefangen, verloren gegangene Mineralstoffe werden später künstlich wieder hinzugefügt. foodwatch kritisierte das Verfahren als ernährungsphysiologisch völlig unnützen Trick, den Verbraucherinnen und Verbraucher teuer bezahlen: Mit 1,65 Euro pro Liter ist das „Smartwater“ bis zu sieben Mal teurer als normales Mineralwasser.

Neben dem Glacéau Smartwater von Coca-Cola (21.235 Stimmen, 30,5 Prozent der gültigen abgegebenen Stimmen) waren vier weitere Produkte für den Goldenen Windbeutel 2018 nominiert:

Platz 2: „Kids Tomato Ketchup von Heinz“ (19.547 Stimmen, 28,1 Prozent)

Platz 3: „Corny Milch von Schwartau“ (10.889 Stimmen, 15,6 Prozent)

Platz 4: „Bratöl Olive von Dennree“ (9.398 Stimmen, 13,5 Prozent)

Platz 5: „Erbseneintopf Gut und Günstig von Edeka“ (8.546 Stimmen, 12,3 Prozent)

foodwatch vergibt den Goldenen Windbeutel zum achten Mal. Erstmals konnten in diesem Jahr Verbraucherinnen und Verbraucher auf der foodwatch-Beschwerdeplattform Schummelmelder.de im Vorfeld der Wahl selber Kandidaten vorschlagen. Vier der fünf nominierten Produkte waren Vorschläge von Usern: die Produkte von Heinz, Schwartau, Dennree und Edeka. Das „Smartwater“ von Coca-Cola hatte foodwatch nominiert.

Platz war in der kleinen Hütte

Das „Steigenberger Hotel Treudelberg“ ist in Hamburgs Norden so etwas wie ein Idyll in grüner Natur. Die Weite der Hotelanlage mit ihren Teichen und dem Golfplatz gaben jetzt Raum für einen typisch skandinavischen Trend aus Finnland. Hoteldirektor Michael Fritz (rechts) ließ eine Grillkota auf dem Gelände aufbauen und lud zu einem exklusiven Medienplausch in der urigen Holzhütte mit Feuerstelle und Grill ein. Sous-Chef Stephan Rothkapp hatte dafür Grillfleisch und Getränke ausgesucht. Auf rund 12 Quadratmeter testeten wir zu siebent die Gemütlichkeit in der kleinen Hütte.

Hotel Treudelberg
Michael Fritz und Stephan Rothkapp Foto: Silke Liebig-Braunholz

Die Nutzung der Grillkoten geht auf die traditionellen Wohnzelte der Ureinwohner Lapplands zurück. In der Mitte der Zelte war stets eine Feuerstelle zu finden, die zum Kochen und zum Heizen genutzt wurde. Das Hotel Treudelberg ist nun das erste Hotel der Stadt, dass dieses Stück Skandinavien nach Norddeutschland geholt hat.

Friedensbotschaft feiert Geburtstag

Mit einer beispielhaften Werbekampagne erinnern die Tourismusregionen SalzburgerLand, Oberösterreich und Tirol in diesem Jahr an das vor 200 Jahren entstandene Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Damals befand sich ganz Europa im Umbruch. Politische Umwälzungen, Kriege und wirtschaftliche Not hatten über Jahrzehnte die Bevölkerung des Fürsterzbistums Salzburg, der Habsburgermonarchie und Bayerns ausgeblutet und traumatisiert. Napoleon überzog ganze Landstriche mit Krieg und Verwüstung, zeichnete die Grenzen im alten Europa neu. Es herrschten Hunger und große Not. In dieser Zeit verfasste der Salzburger Priester Joseph Mohr das Gedicht „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ in Mariapfarr, einem Wallfahrtsort und Geburtsort seines Vaters. Zu Weihnachten 1818 gab er den Text an den aus Oberösterreich stammenden Lehrer Franz Xaver Gruber weiter, der das Gedicht vertonte. Noch am selben Abend wurde das Lied am Ende der Christmette in der St. Nicola Kirche in Oberndorf bei Salzburg von den beiden zum ersten Mal gesungen: Die Melodie ist für zwei Singstimmen und Gitarrenbegleitung geschrieben.

Salzburger Land
Seine hohe Intelligenz und seine musikalische Begabung führten den Autor des Gedichtes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ aus einer bitterarmen Kindheit in die Arme der Kirche und zum Priesterberuf. Sein Schaffen galt zeitlebens den Bedürftigen, den Armen und den Notleidenden in der Gesellschaft. Foto: SalzburgerLand Tourismus

Über Zillertaler Sängerfamilien trat es nur wenige Jahre danach seine Reise von Österreich nach Europa und in die Welt an. Heute wird es in mehr als 300 Sprachen und Dialekten gesungen. „Dieses Lied hat die Menschen schon immer berührt in seiner Einfachheit, mit seiner Melodie und dem Text. Es ähnelt einem Wiegenlied. Das macht es aus“, betonte Pfarrer Bernhard Rohrmoser von der Stille Nacht Basilika Mariapfarr beim „Peaceful Moment“-Event in Hamburg anlässlich der Präsentation der Programminhalte zum 200-Jahr-Jubiläum für eine Reise in das „Stille Nacht Land“ mit individuellen Touren und Reiserouten. „Wir möchten den Menschen einen Zugang zu dieser Botschaft verschaffen“, erklärte Leo Bauernberger (SalzburgerLand Tourismus) die Motivation der Akteure.

Salzburger Land
Die Touren und Reiserouten führen zu den wichtigsten Orten im SalzburgerLand, in Oberösterreich sowie in Tirol, an denen sich die Menschen auf die Spuren des weltberühmten Weihnachtsliedes begeben können. © SalzburgerLand Tourismus