Gourmet Festival mit Labskaus und Saibling

Kreativ, absolut stimmig und durchdacht, urteilt der Michelin Guide über die Küchenleistung von Sternekoch Michael Kempf. Mit seinem Talent überzeugte er auch die Gäste des 35. Schleswig-Holstein Gourmet Festivals, das am vergangenen Wochenende an der Flensburger Förde zu Gast war.

Gourmet Festivals
2-Sterne-Koch Michael Kempf kochte in diesem Jahr beim Schleswig-Holstein Gourmet Festival an der Flensburger Förde

Knapp einen Kilometer von der dänischen Grenze entfernt, verzauberte Kempf vom Restaurant ‚Facil‘ im ‚The Mandala Hotel‘ am Potsdamer Platz in Berlin die genusshungrigen Gäste des diesjährigen Schleswig-Holstein Gourmet Festivals . Im Boutique Hotel Wassersleben an der Flensburg Förde überraschte er mit einem pfiffigen Stil und ließ den rund 40 Gäste im Fine Dine Restaurant ‚Der Steinort‘ ein 6-Gang-Menü servieren. Das Hotel ist seit dem vergangenen Jahr Mitglied in der Kooperation Gastliches Wikingland, die das Gourmet Festival veranstaltet. „Mit meinem Engagement möchte ich das Hotel auf die kulinarische Landkarte heben“, sagte Gastgeber Eicke Steinort über seine Motivation und den Abend in seinem Haus.

Michael Kempf und Eicke Steinort
Michael Kempf (links) und Eicke Steinort Foto: S. Plaß

Dort war mit Michael Kempf einer der diesjährigen 15 Gastköche aus Deutschland, Dänemark, Frankreich und der Schweiz eingekehrt, der die Philosophie des ältesten Gourmet Festivals Deutschlands verinnerlicht hat. Seit seiner Gründung verfolgt das Festival den Nachhaltigkeitsgedanken. „Dazu gehört beispielsweise das Bekanntmachen von regionalen Produkten“, heißt es in einer Medienmitteilung. Seit diesem Jahr sollen sich die Köche ebenfalls dem Tierwohl verpflichtet sehen. Für Michael Kempf kein Problem. Für ihn ist der Respekt vor dem Tier und der Rohware Leitmotiv in der täglichen Arbeit, wie er im Gespräch mit Narrare betont.

Hommage an Norddeutschland

Zum Gourmet Festival servierte er deshalb regionale Besonderheiten, kreierte etwa einen Labskaus ‚Facil‘ mit Hollandaise und Kartoffelcrumble als Hommage an den Norden. Von den 25 Teichen – eine Fischfarm zwischen Potsdam und Magdeburg, in der Bachforellen, Saiblinge und Störe gezüchtet werden – hatte er einen Saibling mitgebracht, den er mit Spreewaldgurke, Dill und Ananas komponierte.

Gruß aus der Küche
Als Gruß aus der Küche servierte Michael Kempf eine im Goldmantel eingehüllte Auster Fotos (3): Silke Liebig-Braunholz
Amuse Bouche
Als Amuse Bouche präsentiere der Gastkoch eine preußische Interpretation des Seefahrer- und Matrosen-Gerichts Labskaus mit Hollandaise und Kartoffelcrumble
Den Saibling von den 25 Teichen servierte Kempf mit Spreewaldgurke, Dill und Ananas Foto: S. Plaß

Noch bis zum April 2022 finden Veranstaltungen in den 15 Mitgliedsbetriebe der Kooperation Gastliches Wikingland e.V. im nördlichsten Bundeslandes statt. Sein Debüt gibt der 2-Sterne-Koch Jan-Philipp Berner, Nachfolger von Johannes King als Gastgeber im Söl’ring Hof auf Sylt. Außerdem kochen der 2-Sterne-Koch Tony Hohlfeld und die 1-Sterne-Köche Daniel Raub und Laurin Kux erstmals bei diesem Festival.

In Sligo ist der Weg für beste kulinarische Produkte nie weit

Wer durch die Grafschaft Sligo im nördlichen Teil des Wild Atlantic Way, entlang des Tafelberges Benbulben fährt, spürt sofort, welche kulinarischen Freuden das vom Atlantik umspülte Land hervorbringt. Von tiefgrünen Weiden, aus ertragreichen Gärten und aus dem Meer kommen die Zutaten für eine Esskultur, die Hand in Hand von den Produzenten, Restaurants und Cafés, Gastro-Pubs und Herbergen gepflegt wird.

Die über 70 Mitglieder, die dem „Sligo Food Trail“ angehören, weisen den Weg zu ihren kulinarischen Spots durch das ganze County an der Westküste Irlands. Es gibt kein Restaurant in Sligo, das nicht täglich frischen Fisch auf der Speisekarte hat. Berühmt sind auch Sligos Mullaghmore Lobster sowie die Lissadell Austern und der Knocknarea Honig. In einer 16-seitigen Broschüre sind über 30 solcher „Food Experiences“ beschrieben. Eine Landkarte in der Broschüre, die bei den Mitgliedern des Food Trail ausliegt und in den Tourist Information Offices herausgegeben wird, weist den Weg zu den Hot Spots.

Sligo
Sligo
Aisling Kelly betreibt ein Café im Herzen von Sligo Town, in dem man viel über die heimischen Austern, ihre Geschichte, ihre Ernte und über Sligo Bay erfahren kann. Fotos: Tourism Ireland

Pastéis de Belém – Süße Verführung am Ufer des Tejo

Ihre Geschichte began 1837. Seitdem sind die Pastéis de Belém eine süße Verführung. Mittlerweile zudem eine portugiesische Spezialität und ein gut behütetes Geheimnis.

Pastéis de Belém
Die Geschichte der Pastéis de Belém auf einem Tisch-Aufsteller beschrieben

Weit über die Grenzen Lissabons hinaus hat sich herumgesprochen, dass es nur in dem heutigen Stadtteil der portugiesischen Hauptstadt und ehemaligen Vorstadt Belém die wirklich wahren Pastéis gibt. Überall sonst im Land und auch in den portugiesischen Restaurants und Cafés außerhalb des Landes gibt es die Pastéis de Nata. Wer beide probiert, wird einen feinen Unterschied feststellen, der in dem Geheimnis um das Originalrezept begründet ist.

Pastéis de Belém
Die Pastéis während der Produktion

In dem Beitrag hier hat die Autorin versucht, dem Geheimnis ein Stück näher zu kommen. Immerhin gibt darin selbst der Inhaber der legendären Konditorei mit Café in Belém zu, dass jenes Geheimnis um das Rezept längst zu einem Mythos geworden ist. Darf er auch. Denn allein die Tatsache, dass die beliebten Blätterteigtörtchen in seinem Café anders schmecken als überall sonst auf der Welt, ist legendär.

Pastéis de Belém
Die gebackenen Pastéis

Sie sind einfach verführerisch. Genau darin ist auch der tägliche Ansturm auf dein kleine Fabrik am Rande der historischen Denkmäler und Museen zu erklären. Ein Muss für jeden Portugal-Reisenden ist ein Abstecher nach Belém schon deshalb allemal. Mit der Straßenbahn lässt sich der Stadtteil bequem erreichen. Einen Tag Zeit sollte man sich nehmen für diesen Ausflug, damit der kulinarische Genuss auf keinen Fall zu kurz kommt. Es lohnt sich!

Pastéis de Belém
Großer Andrang beim Verkauf der Pastéis de Belém Fotos (4): Silke Liebig-Braunholz