Hangzhou ist chinesisches Eldorado für Feinschmecker

Herbstliche Atmosphäre in den Xixi Feuchtgebieten

Die Küche von Hangzhou und das Xixi Sumpfgebiet gewinnen an touristischer Bedeutung: Feinschmecker und Umwelt-Enthusiasten haben Hangzhou als neues Reiseziel auserkoren. In der Hauptstadt der chinesischen Provinz Zhejiang lassen sich die beiden Bereiche besonders gut während des alljährlich stattfindenden Fishing Festival miteinander kombinieren. Dann angeln Einheimische und Besucher selbst in den Gewässern des Xixi Sumpfgebiets nach Fischen und Meeresfrüchten, die anschließend an Ort und Stelle zubereitet und verzehrt werden.

Der 2005 gegründete Xixi Wetlands Park im Westen von Hangzhou gehört zum Sumpfgebiet, das mehr als 10 Prozent der Gesamtfläche der Provinz Zhejiang ausmacht. Ende 2012 verabschiedete die Landesregierung von Zhejiang das erste Gesetz zum Schutz dieser Feuchtgebiete, um das empfindliche Ökosystem mit seinen über 150 Zugvögelarten und der einzigartigen Unterwassertierwelt zu bewahren. Besucher des Parks erleben eine wunderbare Landschaft, die zu jeder Jahreszeit faszinierend und eindrucksvoll ist. Motorboote bringen Besucher durch verwinkelte Kanäle und Wasserstraßen zum Dorf Jiancun, wo sie aussteigen und vorbei an Tee-Häusern, Geschäften und einem Drachenbootmuseum spazieren können. Wer es noch romantischer mag, mietet selbst für ein paar Stunden ein privates Ruderboot und genießt die Natur in aller Ruhe.

Mitten in den Xixi Wetlands von Hangzhou

Ein spektakuläres Naturschauspiel ist die Gezeitenwelle des Qiantang Flusses, der fast 500 Kilometer durch Zhejiang bis ins Ostchinesische Meer fließt. Die weltweit größte Gezeitenwelle strömt bei Flut mit bis zu 40 kmh in die Mündung der Bucht und kann im Extremfall bis zu 9 Meter hoch werden. Auch die Hangzhou Botanical Gardens am Jade Spring Hill an den Ufern des berühmten Westsees sind ein beliebtes Ausflugsziel bei Naturliebhabern, wo auf knapp 3 Quadratmeter Flora und Fauna der Region präsentiert werden. Überall in den Gärten verströmt die Osmanthus-Blüte, das Wahrzeichen der Stadt, ihren süßlichen Duft.

Panoramablick über den Qiantang Fluss Fotos (3): Hangzhou Tourism Commission

Mit Spannung erwarten Gourmets im Oktober das Hangzhou International Food Festival. Eine Woche lang wird dann die raffinierte Küche mit ihren vielfältigen, kulinarischen Richtungen gefeiert und Liebhaber guten Essens werden mit typischen Speisen verwöhnt, die es nur in Hangzhou gibt. Zu den berühmten Gerichten zählen unter anderem das in Lotusblätter gewickelte Bettler-Huhn, gebackene Krabben in Osmanthus-Ingwer-Tee und Karpfen aus dem Westsee in süßer Essigsauce.

Über Hangzhou:
Die Stadt ist das politische, historische und kulturelle Zentrum der Provinz Zhejiang an der chinesischen Südostküste, nur 45 Minuten von Shanghai mit dem Hochgeschwindigkeitszug entfernt. Hangzhou ist eine der sechs ältesten Städte Chinas und wesentlicher Bestandteil des Yangtze River Delta, dem weltweit sechstgrößten Wirtschaftszentrum. Die zum ersten Mal im Jahr 221 v. Chr. nachweislich dokumentierte Metropole kann auf eine bedeutende, 5.000 Jahre alte Kultur zurückblicken. Als Marco Polo vor 800 Jahren die Stadt besuchte, bezeichnete er sie als „die schönste und prächtigste Stadt der Welt“. Hangzhou ist berühmt für die Produktion von feinem Porzellan, Seide und Tee.

Es wird romantisch in Deutschland

In Oberbayern wird die Adventszeit „Stade Zeit“ genannt Foto: Markt Garmisch-Partenkirchen

ERDING Schon am kommenden Wochenende beginnen in einigen deutschen Städten wieder die Weihnachtsmärkte – die Adventszeit steht vor der Tür. Gastautorin Monika Fuchs gibt ihre Eindrücke vom Erdinger Weihnachtsmarkt in Oberbayern wieder, den sie im vergangenen Jahr besucht hat.

Während der Weihnachtszeit ziehen aromatische Düfte durch die Innenstadt von Erding, dann nämlich, wenn dort in verschiedenen Holzhäuschen alle möglichen weihnachtlichen Leckereien angeboten werden. Frisch gebackene Plätzchen und Stollen, Bratäpfel, geröstete Mandeln schmecken besonders gut mit aromatisch duftendem Glühwein oder einer Tasse dicker heißer Schokolade mit einer kräftigen Sahnehaube darauf. Und auch die Besucher, die Pikantes vorziehen, werden auf dem Erdinger Christkindlmarkt fündig: da gibt’s auch Zünftiges wie frische Bratwürste mit Sauerkraut oder eine bayerische Brotzeit.

Der Erdinger Weihnachtsmarkt erstreckt sich über die gesamte Stadtmitte der Kleinstadt vom Schrannenplatz zum Kleinen Platz. Besonders sehenswert ist die weihnachtlich geschmückte Pyramide mit ihren weihnachtlichen Szenen und Figuren. Aber es lohnt sich auch in den einzelnen Buden zu stöbern: hübsche Nussknacker wetteifern darin mit Nikolausfiguren aller Art um die Aufmerksamkeit der Besucher.

Zuckerwattestand auf dem Erdinger Weihnachtsmarkt Foto: Monika Fuchs

Und die kleinen Weihnachtsmarkt-Besucher lassen sich von einer kleinen Eisenbahn durchs Gelände chauffieren, während die Eltern und Großeltern sie dabei voller Stolz anfeuern. Anschließend genießen sie eine dicke Zuckerwatte. Auf jeden Fall wird ein Besuch auf dem Erdinger Weihnachtsmarkt für alle Familienmitglieder ein großer Spass, der sehr schnell weihnachtliche Gefühle aufkommen lässt.

Informationen über die Gastautorin:
Monika Fuchs, die die Welt seit fast dreißig Jahren professionell bereist, veröffentlicht verschiedene Reiseportale zum Thema Reisen, darunter TravelWorldOnline, auf dem sie über verschiedene Reiseziele in aller Welt berichtet und Reisen vermittelt. Deutsche und europäische Ausflugs- und Reiseziele stellt sie auf TravelWorldOnline-Traveller vor.

Reiseziel documenta 13

vgwortDie Hotellerie in Kassel ist für die internationalen Gäste bestens aufgestellt. Viele Häuser haben vor der documenta 13 nochmal investiert Foto: Liebig-Braunholz

KASSEL Die documenta 13 wird in diesem Sommer voraussichtlich nicht nur Kunstbegeisterte anziehen. In den vergangenen Ausstellungsjahren mauserte sich die Stadt Kassel in dieser Zeit zu einem attraktiven Reiseziel innerhalb Deutschlands. Zur letzten documenta im Jahr 2007 kamen rund 750.000 Besucher.

Seit gestern hat die weltweit größte Ausstellung zeitgenössischer Kunst geöffnet. Bis zum 16. September werden mehr als 150 Künstler aus 55 Ländern sowie Teilnehmer aus der ganzen Welt zusammenkommen und vielfältige künstlerische Praktiken wie etwa Performance, Installation, Forschung, Film oder gar Experimente auf dem Gebiet der Kunst, Politik, Literatur, Philosophie und Wissenschaft präsentieren. „Was manche dieser Teilnehmer tun, und was sie in der documenta 13 »ausstellen«, mag Kunst sein oder auch nicht. Jedoch rufen ihre Taten, ihre Gesten, ihre Gedanken und ihr Wissen Umstände hervor, und werden wiederum von diesen Umständen produziert, die von der Kunst gelesen werden können – Aspekte, mit denen Kunst umgehen kann, und die von der Kunst aufgenommen werden können“, so die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev über das Konzept.

In der Hotellerie und Gastronomie war der Ansturm indes bisher eher verhalten. Aus der Erfahrung der letzten Ausstellungsjahre wissen viele Hoteliers aber, dass dieses Großereignis die Häuser lediglich zum Beginn und zum Ende der documenta vollends füllt. Dafür steigen die Zimmerpreise an – im Verhältnis zu anderen Städten mit gleichwertigen Großereignissen jedoch moderat, in diesem Jahr liegen die Raten im Durchschnitt zwischen 25 und 75 Prozent höher als außerhalb der documenta. Geschäftstüchtige Hoteliers bringt dies sogar auf die Idee, sich eine Domain unter dem Namen documenta-hotels.de zu sichern und selbst rund 100 Kilometer von Kassel entfernte Hotels zu vermarkten. Ein Zeichen dafür, dass diese Region nach derartigen Events lechzt.

Braumeister kreierten Jubiläums-Bier

WERNIGERODE Die Biermarke Hasseröder feiert Geburtstag und wird am 19. Mai 140 Jahre alt. Die Geschichte der einstigen Brauerei „Zum Auerhahn“ begann 1872 im heutigen Wernigeroder Stadtteil Hasserode, wo pro Jahr über 2,7 Millionen Hektoliter Bier produziert werden.

140 Jahre: Hasseröder feiert Jubiläum Foto: Anheuser-Busch InBev

Seit 2004 (laut Pressemeldung, 2003 laut Website und Wikipedia gar seit 2008 – vielleicht kann ein Konzern dieser Größe diese Fauxpas mal ausbügeln) gehört das Unternehmen zum weltgrößten Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev mit Sitz in Bremen. In Deutschland zählt Hasseröder neben Beck’s und Franziskaner zu den drei stärksten Marken des Unternehmens, weltweit zu den wichtigsten 20.

Zum Jubiläum haben die Braumeister eine alte Rezeptur neu belebt. Mit dem „Hasseröder Fürstenbräu Granat“ gibt es jetzt ein Bier mit einem röstaromatischen, vollmundigen Geschmack und 5,8 Prozent Alkoholgehalt. Auf der direkten Website der Marke mit dem Auerhahn ist dazu zwar noch nichts zu lesen, dafür gibt es dort aber jede Menge Informationen zu den anderen Produkten und zu Aktionen. Bis zur Fußball-WM wird das Unternehmen des deutschen Mannes liebstes Getränk aber garantiert noch umfangreich bewerben.

Reisen mit dem Touristenstrom

vgwortEs gibt sie, diese Anziehungskraft der pulsierenden Metropolen dieser Welt. Touristen folgen ihr gern, lassen sich berauschen vom quirligen Treiben in der Enge der Gassen und dem hektischen Leben der Menschen. In Amsterdam wird dieses Treiben zudem permanent von den sich überwiegend mit Fahrrädern fortbewegenden Einheimischen gestört. Ein gemütlicher Stadtbummel empfiehlt sich deshalb lieber vom Wasser aus oder aber man steigt gleich selbst aufs Rad.

Fast jeder Amsterdamer besitzt ein Fahrrad, etwa 600.000 Drahtesel kommen auf rund 750.000 Einwohner. Fast 40 Prozent aller Wege legen die Bewohner der Grachtenstadt mit dem „fiets“ zurück: die schmalen Gassen der Innenstadt stammen aus dem 17. Jahrhundert und sind für Autos schlecht zugänglich. Die insgesamt 400 Kilometer langen Radwege bilden somit die ideale Alternative auf dem Weg von A nach B – auch für Touristen. Foto: Niederländisches Büro für Tourismus & Convention

Mehr als 3,5 Millionen Besucher zählt die europäische Metropole pro Jahr. Und da sich nicht jede Jahreszeit für einen Besuch anbietet, lässt sich erahnen, wie überlaufen die Attraktionen zu den beliebten Reisezeiten sind. Lange Schlangen vor den Museen sind keine Seltenheit – Zeit sollte man demnach mitbringen. Vielleicht sogar etwas mehr als üblich, denn in meiner Wahrnehmung habe ich etwa in der National Gallery of Art in Washington DC oder im Ägyptischen Museum in Kairo nicht so lange auf den Einlass warten müssen wie etwa im Van Gogh Museum. Dafür wird man reich belohnt – lange Zeit hat mich kein Museum so sehr beeindruckt.

Dies gilt auch für die Stadt an sich. Doch wie jede Metropole scheint auch Amsterdam mit den Touristenströmen zu kämpfen. Irgendwann ist der Reiz verloren, wenn man beispielsweise einen Pancake genießen will, das Café aber überfordert ist mit der entsprechenden Sorgfalt auf jeden Einzelnen einzugehen. In Florenz beispielsweise war mir dies zum letzten Mal derart unangenehm aufgefallen und Amsterdam scheint diesbezüglich auch ein wenig zur Schnellatmigkeit zu neigen. Umso angenehmer, wenn man auf die kleinen Geheimtipps zurück greifen kann, die mittlerweile jeder Reisende im Gepäck haben sollte. Amsterdam ist nicht das erste Reiseziel für Gourmets – die „New Stars“ agieren in Sluis und in Zwolle – aber auch hier hat die Haute Cuisine einiges zu bieten, beispielsweise im Ciel Bleu oder im Ron Blaauw.

Doch einen Hinweis sind auch die vielen Adressen wert, die typisch niederländische Speisen anbieten und schon von außen mit ihren Speisekarten auf ihr Angebot verweisen. Auch die Braunen Kneipen, sogenannte „Bruine Cafés“, sollte man gesehen haben – sie versüßen den Amsterdam-Aufenthalt auf ihre besonders eigene Art und Weise. Einige von ihnen befinden sich um den berühmtesten Grachtengürtel der Stadt herum, der im 17. Jahrhundert rundum den mittelalterlichen Singel in Form eines Halbmondes angelegt wurde. Das Video zeigt weitere Impressionen der berühmten Grachten. Und nicht zuletzt sei hier auch ein Hinweis für kostengünstige Unterkünfte in Amsterdam erlaubt. Für einen längeren Aufenthalt in der Stadt bietet sich beispielsweise an, eine Ferienwohnung in Amsterdam zu mieten.

Amsterdam in the springtime from SilkeLiebigBraunholz on Vimeo.