Internorga: Der pure Messe-Wahnsinn

„Wir blicken mit Stolz auf sehr erfolgreiche Messetage zurück. Die Internorga hat wieder einmal gezeigt, dass sie als Leitmesse und Trendschmiede jedes Jahr die relevanten Themen abzubilden versteht”, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH, Bernd Aufderheide. Die internationale Fachmesse für Gastronomie und Hotellerie war an fünf Messetagen mit 1.300 Ausstellern aus rund 25 Nationen erneut komplett ausgebucht und zusätzlich vollgestopft mit Wettbewerben, Kongressen und Branchentreffpunkten für die Fachbesucher. Insgesamt haben sich rund 96.000 Besucher durch die Hallen gedrängelt.

Foto: Hamburg Messe und Congress / Katrin Neuhauser

Foto: Hamburg Messe und Congress / Stephan Wallocha

Foto: Hamburg Messe und Congress / Hartmut Zielke

Foto: Hamburg Messe und Congress / Katrin Neuhauser

Foto: Hamburg Messe und Congress / Katrin Neuhauser

Foto: Hamburg Messe und Congress / Michael Zapf

Foto: Hamburg Messe und Congress / Michael Zapf

Foto: Hamburg Messe und Congress / Michael Zapf

Bei diesen traumhaften Besucherzahlen war zu erwarten, dass der heutige Schlussbericht für die Medien nur positiv ausfallen kann: “Die Besucher äußerten sich überaus zufrieden: 91 Prozent der Fachbesucher beurteilten die Internorga mit sehr gut bis gut, 93 Prozent würden sie weiterempfehlen, so das Ergebnis der Umfrage eines unabhängigen Marktforschungsinstituts. Der Anteil der Entscheidungsträger unter den Besuchern lag bei rund 80 Prozent. Und auch die Internationalität der Besucher bleibt mit 7 Prozent auf konstant hohem Niveau. Deshalb ist die Internorga vom Verband der Deutschen Messewirtschaft (AUMA) als einzige internationale Fachmesse für Gastronomie und Hotellerie in Deutschland klassifiziert”.

Gemischtwarenladen der Branche
Kaum ein Hinweis darauf, dass die Hallen an allen Messetagen völlig überfüllt waren, das Messegelände mittlerweile aus allen Nähten platzt und es Auswirkungen hat, wenn jedes Jahr noch ein weiteres Event hinzukommt. Schon die Live-Wettbewerbe Next Chef Award und Gastro Startup-Wettbewerb sorgten im letzten Jahr für große Aufmerksamkeit. Neben ihnen kam nun in diesem Jahr der Grill & BBQ Court hinzu und ging auch die FH Nord als der wichtigste Branchentreff für das Fleischerhandwerk im Norden in die zweite Runde. Kaum ein kulinarischer Trend geht der Internorga verloren – hier findet jedes Thema statt. In der Konsequenz bedeutet dies allerdings, dass sich in diesem Gemischtwarenladen nunmehr nicht nur die klassischen Gastronomen und Inhaber der typischen deutschen Gasthäuser und Wirtschaften treffen, sondern sich die Zielgruppe immer mehr aufspaltet. Sehr gut zu sehen ist dies mittlerweile im Bereich der Craft Beer Arena, in der sich überwiegend junge bierbegeisterte Besucher austauschen und rund um die Arena die neuesten Getränke-Startups vorgestellt werden.

Für informationshungrige Journalisten wie mich bietet die Internorga hervorragende Ansätze, neue Themen zu entdecken. Ob wirklich alle Fachbesucher und Aussteller voll auf ihre Kosten kommen, mag ich zu bezweifeln – zumindest lassen mich die aufgenommenen Meinungen aus den Gesprächen daran zweifeln. Mein Fazit lautet deshalb: Es wird langsam ungemütlich. Die Hallen sind einfach zu vollgestopft mit Menschenmassen und Fachinformationen. Die Aufteilung nach Branchenthemen ist nicht immer logisch und zielführend. Es gibt keinen roten Faden, der die Besucher entspannt durch die Messe lotst. Eine wahre Katastrophe sind die nicht vorhandenen Parkplätze. Hier besteht dringend Handlungsbedarf, da es längst nicht mehr bequem ist, zur Internorga anzureisen.

Lufthansa: Poletto Menüs und Reisekiosk

Lufthansa punktet seit Jahresbeginn mit ein paar ziemlich kreativen und zeitgemäßen Neuheiten. Zum einen gibt es nun auf Langstrecken-Flügen und auf einigen langen Europa-Strecken Menüs von Cornelia Poletto, die speziell für die jüngsten Lufthansa-Fluggäste kreiert wurden. Dabei stehen ausgesuchte Zutaten und eine kindgerechte Zusammenstellung der Speisen im Vordergrund. Die Kindermahlzeiten können direkt bei der Flugbuchung und bis zu 24 Stunden vor Abflug ohne Extrakosten für Flüge in allen Reiseklassen bestellt werden.

Zum anderen hatte die Lufthansa in diesen Tagen (bis zum 5.2.2017) aber auch einen Reisekiosk am Kö-Bogen in Düsseldorf aufgestellt, der für Furore sorgte und per Livestream eine Verbindung zu Kioskbesitzern auf der ganzen Welt herstellte. Hier ein Einblick in den Kiosk:

Streetfood auf der Grünen Woche Berlin

Markthallen-Atmosphäre in der neu konzipierten Halle 12 mit Streetfood und Delikatessen spezialisierter Manufakturen. Foto: Grüne Woche Berlin

Koreanische Delimanjoo (kleine gefüllte Pfannkuchen, meist mit Vanillepudding) und veganes Eis gibt es ab dem 20. Januar auch auf der Grünen Woche in Berlin. In der neu konzipierten Halle 12 konzentriert sich ein besonderes Nahrungs- und Genussmittelangebot wie es nur in angesagten Markthallen zu finden ist – darunter Trendprodukte der unterschiedlichsten Aussteller in einer Atmosphäre zwischen Street-Food- und Craftbeer-Anbietern sowie den Eigen-Kreationen kleiner Manufakturen. Das Start-up MySmoothie verkauft Zutaten und Zubehör für qualitativ hochwertige und gesunde Smoothies. Wie geröstete Nüsse verarbeitet werden, zeigt ein Anbieter von Nussmühlen und Nusscrememaschinen. Ganz ausgefallen ist „Schwarzes“ Essen, das mit medizinischer Pflanzenkohle und Sepia-Tinten schwarz gefärbt ist und Speisen wie schwarze Currywurst oder Black Metal Hacksteak auf den Tisch zaubert. Aus einem original englischen Bus gibt es unter anderem Fudge, Süßwaren, die auch als weiche Karamell- oder Toffee-Bonbons bezeichnet werden. Ein weiterer Aussteller hat sich auf Fruchtriegel für unterschiedliche europäische Märkte spezialisiert.

Die Grüne Woche ist in diesem Jahr vom 20. bis zum 29. Januar für Besucher geöffnet.

Familienessen wie zu Luthers Zeiten

Martin Luther (alias Norbert Hein) wirbt am Leipziger Hauptbahnhof für Reisen zum Thema Reformation nach Leipzig. Foto: obs/Leipzig Tourismus und Marketing GmbH/Laura Gruner

Das Jahr 2017 steht auch in Leipzig im Zeichen des Reformationsjubiläums. Hier fand 1519 in der Pleißenburg die Leipziger Disputation statt, bei der Martin Luther in einem Streitgespräch die Autorität des Papstes anzweifelte. In Leipzig wurden die meisten lutherischen Schriften und evangelischen Gesangbücher gedruckt.

Mit über 100 Veranstaltungen würdigt Leipzig das Reformationsjubiläum. Die Bandbreite reicht von Ausstellungen über Konzerte, Stadtführungen und kulinarische Angebote. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der “Kirchentag auf dem Weg”, der vom 25. bis 28. Mai 2017 unter dem Motto “Leipziger Stadtklang: Musik. Disput. Leben.” stattfindet. Weiterhin präsentieren Leipziger Museen hochkarätige Ausstellungen zum Thema Reformation. Im “Barthels Hof” kann man ein Familienessen wie zu Luthers Zeiten genießen. Außerdem bietet die Leipzig Erleben GmbH einen Stadtrundgang “Auf Luthers Spuren in Leipzig” an. Wer die Region erkunden möchte, kann sich auf den Lutherweg in Sachsen begeben. Reiseangebote nach Leipzig können bei der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH gebucht werden.

Happy New Year 2017

New Year's Eve #Melbourne (Explored 1st Jan 2017) New Year’s Eve in Melbourne Foto: Qicong Lin/Flickr

Im vergangenen Jahr habe ich erstmals ein paar Gedanken zum Neuen Jahr auf Narrare verfasst und das Jahr 2015 Revue passieren lassen. Ende 2016 glich mein Resümee den Ausführungen der Pastorin Julia Atze, die in der Christvesper an Heiligabend im Hamburger Michel eindrucksvoll auf den Punkt brachte, dass selbst in den leidvollsten Erfahrungen des Lebens noch Licht zu finden ist. Tröstender und sinnstiftender konnte dieses Jahr auch kaum erklärt und begreifbar werden.

Natürlich war das vergangene Jahr furchtbar durchseucht von Hass, Terror und Unmenschlichkeit. Natürlich habe auch ich im täglichen Miteinander bemerkt, wie kühl, oberflächlich, aggressiv und teilweise unmenschlich sich unser modernes Leben teilweise anfühlen kann. Unsere Gesellschaft hat sich entfernt von einem respektvollen Miteinander. Der Egoismus ist es, der viele Menschen antreibt. Viele haben das realisierbare Maß verloren und sich in ihrer Gier und Arroganz verfangen. Einige verlieren dadurch sogar den zivilisierten Anstand und bemerken nicht einmal wie sehr sie sich in das gesellschaftliche Abseits katapultieren. Pöbelei und Provokation gehören im postfaktischen Zeitalter zur Tagesordnung und lösen bei den sich abgestoßen fühlenden Menschen nur noch Verwunderung, manchmal auch den Rückzug aus.

Doch so schmerzhaft uns die Nachrichten vom Terror in der Welt täglich ins Mark treffen und so kopfschüttelnd es für viele Menschen sicherlich auch zu beobachten ist, wie sich ihr eigenes Umfeld zum Negativen verändert, so herzerwärmend sind auch die positiven Zeichen der Mitmenschlichkeit und Güte. Gerade im letzten Jahr habe ich insbesondere die vielen lieben, guten und warmherzigen Menschen wahrgenommen, die mich schon ein Leben lang begleiten oder die ich kennenlernen durfte. Sei es beispielsweise meine frühere Sportkameradin, die ich in ihrer Wahlheimat Valencia nach vielen Jahren wiedergetroffen habe oder die 90-jährige Frau, die ihr leidvolles Leben niedergeschrieben hat – alle Begegnungen verdeutlichten mir, wie wichtig gelebtes Miteinander und ein Leben in Verbundenheit ist – gerade in Zeiten, in denen sich der Mensch von seiner abartigen Seite zeigt.

Glücklich bin ich darüber, um derart viele geliebte Menschen zu wissen, die genauso fühlen wie ich und die ihre Liebe im Herzen nicht vom Hass vertreiben lassen. 2016 war für mich gekennzeichnet von tiefer Freundschaft und Liebe – also von einem gelungenen Leben, das mir wieder zeigte, wie wichtig es ist, sich auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens und auf das was von unserem irdischen Leben bleibt, wenn wir einmal zu Staub geworden sind, zu konzentrieren. In diesem Sinne wünsche ich auch allen Lesern dieses Portals ein Leben in Verbundenheit mit anderen Menschen und damit ein glückliches 2017.