Lebendiges Stockholm

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STOCKHOLM Faszinierend, aufregend und lebendig: Stockholm ist nicht nur aufgrund des Abba City Walk eine Reise wert, der seit einem Jahr vom Stadtmuseum präsentiert wird. Diese Stadt präsentiert sich in derart vielen Facetten, dass es sich lohnt, sie öfter zu besuchen und beispielsweise in 24 Stunden zu entdecken. Bei meinem diesjährigen Besuch reizte mich die kulinarische Vielfalt und die Altstadt Gamla stan.

Mittendrin: Gamla Stan ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne in Europa

Mein Gespür bestätigte sich. Neben den im White Guide geführten besten Restaurants der Stadt gibt es auch noch andere Adressen in Stockholm zu entdecken, so dass ich in den Genuss kam, das hervorragend zubereitete Fleisch eines Rentiers probieren zu können. Der Drang hin zur Verwendung lokaler Rohwaren ist auch in dieser Metropole wahrnehmbar. Ein Muss für Genießer sind zudem die traditionellen Cafes mit ihren hervorragenden Spezialitäten wie beispielsweise im Mellqvist Caffè in Vasastan, das aber in der Sommerzeit meist überlaufen ist. Andere Cafes wiederum gönnen sich auch gerade jetzt ihre Betriebsferien.

Der SkyView bietet einen Blick auf Stockholm, 130 Meter über dem Meeresspiegel

Dafür gibt es dann aber beispielsweise den Stockholm SkyView zu entdecken und das dazugehörige Cafe. Oder aber man genießt den Abba City Walk und schaut sich gleichwohl das Boutique-Hotel von Benny Andersson an, mit integriertem Kino im Herzen der trendigen Södermalm.

Das Hotel Rival Fotos (3): Liebig-Braunholz

Das Geheimnis ist der Rohstoff

Weinberge, Rum- und Bierherstellung, wilde Trüffel und würzige Käsesorten. Gotland überrascht mit der Vielfalt seiner kulinarischen Produkte und Genüsse. Damit ist die schwedische Insel eine weitere Destination, die sich mit diesen Schwerpunkten positioniert und vermarktet.

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Trüffel sind eine der zahlreiche Attraktionen auf der Insel Gotland Foto: Jakob Fridholm/imagebank.sweden.se

Auf der Insel mit nur rund 57.000 Einwohnern befinden sich einige der besten Restaurants des Landes, die überwiegend lokale Rohwaren verarbeiten. Zudem besteht zunehmend die Möglichkeit, die Quellen dieser Lebensmittel zu besuchen – im Herbst lockt beispielsweise eine Trüffelsafari zu den so genannten Bourgognetrüffel (Tuberaestivum) und der Bagnoli-Trüffel (Tuber Mesentericum) in Furillen oder Ljugarn.

Für Feinschmecker bietet das Netzwerk Kulinarisches Gotland eine gute Orientierung. Die sieben Mitgliedsbetriebe haben sich der ganzheitlichen Erfahrung verschrieben. So verpflichtet sich jedes Restaurant beispielsweise, nur Mitarbeiter zu beschäftigen, die gut ausgebildet sind. Außerdem werden nur Rohstoffe von hoher Qualität und regionaler Herkunft verwendet. Zudem verfolgt jedes Mitgliedsrestaurant einen Umwelt-Ansatz, verwendet möglichst viele Rohwaren aus biologischem Anbau und hat die Weinkarte im Idealfall von einem ausgebildeten Sommelier sortieren lassen. Im White Guide sind etliche gotländische Restaurants erwähnt, aktuell unter anderem das 50 Kvadrat in Visby.

So geht’s nach Gotland.

Dänemark ohne Klischees

Sie hissen ständig ihre Flagge, lieben „hyggelige“ Zufriedenheit und gehören in internationalen Ranglisten zu den glücklichsten Menschen auf unserem Planeten: die Dänen.

Der Reisejournalist und Dänemark-Experte Hans Klüche erkundet das Geheimnis dänischer Lebensfreude und die reichhaltige Geschichte unseres Nachbarlandes, von der Frühzeit nordischer Hochkulturen bis in die Gegenwart. In dem jetzt im Silberfuchs Verlag erschienenen Dänemark-Hörbuch enträtselt er die frühen Fundstücke der Bronzezeit. Er erzählt vom Sonnenwagen von Trundholm, gräbt Moorleichen aus und findet das Gründungsdokument des Königreiches Dänemark, die Runensteine von Jelling. Nebenbei räumt Hans Klüche so manche Klischees beiseite.

Beste Unterhaltung

Das Hörbuch eignet sich hervorragend für beste beiläufige Unterhaltung auf der Fahrt in die einstige Großmacht Nordeuropas. Entgegen der sonst eher zersplitterten Informationen auf Reiseportalen, die lediglich die Höhepunkte und mit Klischees behafteten Hotspots der weltweiten Destinationen hervorheben, darf der Hörer dieses Buches tiefer in die Seele seines Reiseziels eindringen. „Dänemark Hören“ erzählt unter anderem von den Wikingern, dem ewigen Ruhm des Ur-Hamlet, von Hans Christian Andersen, der Popstar seiner Zeit war, und von der Lebenslust der Dänen, die unter den nordischen Nachbarn als die „geselligsten und trinkfestesten und lockersten Skandinavier“ gelten.

Ein Amü­se­ment für jede Urlaubsreise und überaus empfehlenswert!

Dänemark Hören
Sachhörbuch-Reihe: Länder Hören – Kulturen entdecken
Silberfuchs Verlag, Tüschow
1 CD, 80 Minuten
€ 24,00
ISBN 978-3-9406-6531-7

Superradwege für dänische Pendler

Dänemark setzt neue Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit im Individualverkehr: Superradwege heißen die mehrspurigen Fahrrad-Autobahnen, die Pendler motivieren sollen, vom Auto aufs umweltfreundliche Fahrrad umzusteigen. In den großen Städten Kopenhagen, Århus, Odense und Aalborg hat die Anlage dieser dänischen Cykelsuperstier – Superradwege bereits begonnen.

SuperradwegeFahrradautobahnen heißen die neuen Superradwege, nicht nur für Pendler Foto: Flickr/Charles Henderson

Parallel dazu sind seit Mitte September diesen Jahres Testradfahrer unterwegs, mit deren Hilfe insgesamt 18 beteiligte Gemeinden sowie die dänische Hauptstadtregion noch mehr Wissen über Gewohnheiten und Bedürfnisse der Berufs- und Freizeitpendler mit Bike sammeln möchten. Schon jetzt steht fest, dass entlang der neuen Superradwege kostenlose Luftpumpen und Wasser-Tankstellen zur Erfrischung eingerichtet werden. Jeweils drei Fahrbahnen je Radweg sowie „grüne Wellen“ sollen zu den entscheidenden Vorteilen dieser Fahrrad-Autobahnen zählen, damit zukünftig noch mehr Dänen ihre Wege mit dem Rad zurücklegen.

Hauptzielgruppe sind alle Dänen, die täglich etwa fünf bis 20 Kilometer zwischen Wohn- und Arbeitsort zurücklegen. Das neue System soll die Zahl der dänischen Berufspendler auf dem Stahlross von jetzt drei auf sechs Prozent verdoppeln. In Kopenhagen radeln sogar bereits 35 Prozent zu Arbeit oder Ausbildung. Fertiggestellt werden sollen die Fahrrad-Autobahnen bis 2011.