Die „Deutschland“ sticht in See

Die Deutschland auf Olympiakurs Fotos: Deilmann
Die Deutschland auf Olympiakurs Fotos: Deilmann

Heute Abend werden in London die Olympischen Spiele 2012 eröffnet. In Hamburg stellen sich Stadt, Hafen und Reederei Deilmann bereits auf den Empfang der Olympioniken nach der offiziellen Abschlussfeier ein. Am 15. August werden zahlreiche Athletinnen und Athleten sowie ihre Begleiter als Passagiere der Deutschland – offiziell: „Deutsches Schiff London 2012“ – in der Hamburger HafenCity empfangen. „Für uns ist es eine Ehre, so hochkarätige Sportler auf unserem schwimmenden Grand Hotel von London nach Hamburg bringen zu können. Diese Fahrt mit der anschließenden Willkommensfeier wird sicher zu einem unvergesslichen Kreuzfahrt-Ereignis“, erklärte Geschäftsführer Konstantin Bissias.

„Deutsches Schiff London 2012“ bringt die Olympioniken nach Deutschland zurück

Information:

Die Deutschland ist das Flaggschiff der norddeutschen Traditionsreederei Peter Deilmann, die vor 40 Jahren in Neustadt an der Ostsee gegründet wurde. Als Grandhotel zur See setzt das Schiff Standards im Bereich der exklusiven Kreuzfahrt im Stil der klassischen Oceanliner. Mit rund 500 Passagieren ist sie „klein, fein, luxuriös“ und bietet exquisiten Service auf Fünf-Sterne-Superior Niveau. Die Reederei versteht ihr Schiff als Treffpunkt für interessante und interessierte Menschen, die Freude am Entdecken der Schönheiten unserer Erde haben. Bekannt ist die Deutschland zudem als Drehort der TV-Erfolgsserie „Traumschiff“, die seit 30 Jahren von Wolfgang Rademann produziert wird. Gegründet vom Familienunternehmer Peter Deilmann († 2003), gehört die Reederei seit Sommer 2010 der Münchener Aurelius Gruppe, die sich als langfristige Eignerin des deutschen Traditionsschiffes engagiert hat.

Lebendiges Stockholm

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STOCKHOLM Faszinierend, aufregend und lebendig: Stockholm ist nicht nur aufgrund des Abba City Walk eine Reise wert, der seit einem Jahr vom Stadtmuseum präsentiert wird. Diese Stadt präsentiert sich in derart vielen Facetten, dass es sich lohnt, sie öfter zu besuchen und beispielsweise in 24 Stunden zu entdecken. Bei meinem diesjährigen Besuch reizte mich die kulinarische Vielfalt und die Altstadt Gamla stan.

Mittendrin: Gamla Stan ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne in Europa

Mein Gespür bestätigte sich. Neben den im White Guide geführten besten Restaurants der Stadt gibt es auch noch andere Adressen in Stockholm zu entdecken, so dass ich in den Genuss kam, das hervorragend zubereitete Fleisch eines Rentiers probieren zu können. Der Drang hin zur Verwendung lokaler Rohwaren ist auch in dieser Metropole wahrnehmbar. Ein Muss für Genießer sind zudem die traditionellen Cafes mit ihren hervorragenden Spezialitäten wie beispielsweise im Mellqvist Caffè in Vasastan, das aber in der Sommerzeit meist überlaufen ist. Andere Cafes wiederum gönnen sich auch gerade jetzt ihre Betriebsferien.

Der SkyView bietet einen Blick auf Stockholm, 130 Meter über dem Meeresspiegel

Dafür gibt es dann aber beispielsweise den Stockholm SkyView zu entdecken und das dazugehörige Cafe. Oder aber man genießt den Abba City Walk und schaut sich gleichwohl das Boutique-Hotel von Benny Andersson an, mit integriertem Kino im Herzen der trendigen Södermalm.

Das Hotel Rival Fotos (3): Liebig-Braunholz

Wer trifft den Düssel-Bär?

Es ist Reisezeit und da kommen Geschichten rund um ferne Reiseziele immer gut an. Ist dann noch ein Maskottchen und ein karikativer Zweck im Spiel, lässt sich in die Geschichte schnell eine Meldung aus der Hotelzentrale verpacken. Die wird dann gern von PR-Agenturen verschickt. Meist kündigen sie zunächst eine kreative Idee an, umschreiben mit blumigen Worten ihre Kunden und lassen am Ende die Luft heraus.

Der Düssel-Bär war in Singapur Foto: Hilton
Der Düssel-Bär war in Singapur Foto: Hilton

So war es denn auch mal wieder bei „Der Düssel-Bär auf Reisen: Nach Chicago, Thailand und Singapur ist der Düssel-Bär – das Maskottchen des Hilton Dusseldorf – jetzt auf Europa-Tournee und besucht London, Paris und Amsterdam“ vom Hilton Dusseldorf. Eigentlich eine nette Idee und bestimmt auch überaus interessant, doch leider derart schlecht beschrieben, dass die Details fehlten. Und leider hat das Maskotchen weder auf der Homepage des Hotels in Düsseldorf, noch bei Hilton Worldwide oder auf dem Youtube-Kanal bereits seine Spuren hinterlassen. Warum eigentlich nicht?

Verwirrung um Maskottchen Düssel

Nach langem Suchen wurde ich dann doch noch fündig und konnte mir einen kleinen Reim auf die Meldung machen. Deshalb möchte ich nun gern auf die Aktion hinweisen. Man könnte auch sagen, auf den Zweck der von der PR-Agentur versandten Meldung. Auf Facebook wurde am 3. Februar 2011 folgende Ankündigung zum Düssel-Bär veröffentlicht: Willkommen an unser neues Maskottchen – „Düssel“ der „Travel Bear“! Das Ziel ist es, „Düssel“ an so viele Orte wie möglich mitzunehmen und ihn dort mit unseren Mitarbeitern zusammen vor einer Sehenswürdigkeit und vor dem ortsansässigen Hilton Hotel zu fotografieren. Darüber hinaus sollte jeder Reisende noch ein landestypisches Kochrezept mitbringen. Dieses sollte schlussendlich mit den Bildern von den Mitarbeitern und „Düssel“ in einem Fotobuch festgehalten worden sein. Dieses Hilton „Travel Book“ und „Düssel“ werden dann am Ende des Jahres zu Gunsten der Hilton in the Community Foundation versteigert.

Diejenigen, die den hinter dem Düssel-Bär steckenden Sinn jetzt verstanden haben, dürfen nun gern ein Foto von einer Begegnung mit dem kleinen Weltenbummler bei Facebook hochladen. Im Rahmen der Sommer-Aktion des Hilton Dusseldorf (bis Ende August) hat jeder die Chance auf eines von zehn Überraschungspakete. Wer den Düssel-Bär findet, kann ein Foto auch gern hier auf Narrare veröffentlichen. Schickt dazu einfach eine Mail an die im Impressum stehende Kontaktmail. Dazu bitte ein Hinweis, wie und wo die Begegnung mit dem Düssel-Bär stattgefunden hat.

Stimmige Positionierung zum Thema Wein

Das Bundesland Rheinland-Pfalz ist wie kaum eine andere deutsche Region unverwechselbar mit dem Thema Wein verbunden.

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Weinreise
Pfälzer Gastlichkeit ist ohne Wein nicht denkbar Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Die jahrtausendealte Weinbautradition ist überall spürbar und deshalb auch Teil der Tourismusstrategie. Mit der neuen Marke WeinReich wird diese seit 2012 nochmals belebt – der Wein wird so beispielsweise mit weinbezogenen Wander- und Radwegen zum touristischen Alleinstellungsmerkmal des Landes.

Gute Entwicklungsgrundlage für den Weintourismus

Auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin stellte die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke Anfang des Jahres zudem klar, dass der Tourismus auch nachhaltig gestaltet werden soll: „Das Bedürfnis der Gesellschaft nach authentischen Produkten aus der Region und die immer stärkere Genussorientierung der Menschen bietet dem Weintourismus eine hervorragende Entwicklungsgrundlage“, sagte sie. Zudem wolle man neue Wege beschreiten, etwa beim Schwerpunkt Barrierefreier Tourismus.

Mehr als 2.500 Weinbaubetriebe melden in Rheinland-Pfalz jährlich rund 19.000 Erzeugnisse für die Weinprämierung an. Probieren kann man die Gewächse am besten auf einem Winzerhof Foto: Lasse Burell Produktion
Mehr als 2.500 Weinbaubetriebe melden in Rheinland-Pfalz jährlich rund 19.000 Erzeugnisse für die Weinprämierung an. Probieren kann man die Gewächse am besten auf einem Winzerhof Foto: Lasse Burell Produktion

Dieser stimmigen Positionierung sind zweifelsohne auch jegliche Wettbewerbe rund um das Thema Wein zuträglich. Erst Anfang Juli wurde der Ahrwein des Jahres gekürt – ein Wein-Preis, der zum ersten Mal vergeben wurde und auf die erstklassigen Spätburgunder aus dieser Region hinweisen will, wie das International Wine Institute (IWI) in Bad Neuenahr-Ahrweiler beschreibt. In der Tourismuszentrale hat man für Weinreisende gleich das passende Angebot geschnürt, beim Tête-à-tête mit dem Ahrburgunder können diese den Kultwein, den Premiumwein und den Klassiker verköstigen. Gleichzeitig empfiehlt sich ein Abstecher in das Gourmet-Restaurant von Gabriele und Hans Stefan Steinheuer. Steinheuers Restaurant „Zur Alten Post“ zählt zu den besten Restaurants in Deutschland und ist mit 2 Michelin Sternen dekoriert.

Informationen:
2011 war ein Rekordjahr für den rheinland-pfälzischen Tourismus. Nahezu 8,4 Millionen Übernachtungsgäste besuchten das Land. Die Zahl der Übernachtungen stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent auf über 22,6 Millionen. Den größten Zugewinn an Gästen und Übernachtungen verzeichneten die Beherbergungsbetriebe im Rheintal (Gästeankünfte: plus 20 Prozent, Übernachtungen: plus 17,7 Prozent) – eine Wirkung der Bundesgartenschau in Koblenz. Positiv ist auch das gestiegene Interesse der inländischen Touristen: Mehr als 6,5 Millionen Übernachtungsgäste aus Deutschland besuchten Rheinland-Pfalz 2011; ein Anstieg um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung)

Destination Ich: Das Erlebnis führt zur Entschleunigung

Die Menschen, die den Lanserhof besuchen, haben meist kraftraubende Berufe, sind gestresst, suchen einen Ort zum Entspannen.

Lanserhofvgwort

Gäste von morgen sind auf der Suche nach dem eigenen Ich: „Selfness führt zur Entschleunigung“, sagt Werner Gärtner. Der ausgebildete Koch und Restaurantfachmann hat an der Universität Regensburg BWL studiert und arbeitet heute als Senior-Coach und Trainer sowie als Hotelberater bei einer Unternehmensberatung im oberbayerischen Burghausen. Seine Schwerpunkte liegen in der Unternehmensführung und Implementierung von neuen Konzepten.

Gärtner ist überzeugt, dass die Reisenden von morgen das Ziel vom Hotel abhängig machen und spricht deshalb von der Destination Ich. Die gelebten Themen im Hotel seien schließlich bereits jetzt ausschlaggebend für das Wohlfühlerlebnis des einzelnen Gastes. „Wir verknüpfen zunehmend Arbeit mit Freizeit. Deshalb spielen Dinge wie Inspiration, Kommunikation und Erlebnis eine immer größer werdende Rolle“, erklärt er. Den Hoteliers empfiehlt er, Gäste nach ihren Bedürfnissen zu bedienen. „Fragen Sie nicht, wohin Ihre Gäste reisen wollen, sondern danach, welche Erfahrungen sie machen möchten“, sagt Gärtner.

Die klassische Positionierung funktioniert nicht mehr

Der Reise zum eigenen Ich bzw. dem Wunsch nach Selbstfindung zukünftiger Reisender kann der Hotelier mit der eigenen Positionierung begegnen. Laut Werner Gärtner muss das wesentliche Kernthema in der Frage beantwortet werden, wie einzelne Hotels auf das Bedürfnis nach Erlebnis reagieren können. Mit der klassischen Positionierung als Businesshotel scheint es nicht mehr getan zu sein. Reisende von morgen fühlen sich laut Gärtner nur dort wohl, wo ihnen nicht nur jeder Wunsch von den Lippen abgelesen, sondern auch ein authentisches und zudem überraschendes Erlebnis geboten wird.

Gärtner bemängelt, dass sich die Hotellerie bisher zu sehr auf die Basics konzentriert. „Im Geschäftsreisemarkt etwa benötigen wir Angebote über die Bereitstellung eines Schreibtisches oder eines kostenlosen Internetzugang hinaus“, betont er. Ein Trendthema könnte beispielsweise die Unterhaltung sein – Gärtner empfiehlt das Hotel zukünftig zum Spielplatz umzugestalten. Dazu könnten Video- und Filmangebote genauso gehören wie Spielekonsolen auf den Zimmern.

Luxus im Urlaub wird zunehmend anders definiert

Der Privatkunde hingegen lege wieder Wert auf eine emotionale Ansprache. Dagegen werde Luxus im Urlaub zunehmend anders definiert. „Es ist nicht mehr der goldene Wasserhahn. Es geht um den Ort, die Architektur und Rituale“, sagt Gärtner. In diesen Kreisen wollen Gäste eigene Erfahrungen machen. Deshalb gelinge es den besten Hoteliers schon lange, bei ihren Gästen Erinnerungen zu erzeugen, die sich in das Langzeitgedächtnis einprägen.

Im Lanserhof werden die Thesen von Werner Gärtner optimal umgesetzt Fotos (2): Lanserhof
Im Lanserhof werden die Thesen von Werner Gärtner optimal umgesetzt Fotos (2): Lanserhof

Diese Geschichten müsse sich jeder Hotelier selbst ausdenken. „Fragen Sie wer bin ich und welches Erlebnis halte ich für meine Gäste bereit? Dann finden Sie ihre persönlichen Antworten“, umschreibt Werner Gärtner einen möglichen Weg hin zum ganzheitlichen Hotelkonzept. Gärtner nennt das Beispiel des Lanserhofs bei Innsbruck in Österreich und prognostiziert, dass es neben elitären Konzepten wie diesem im Reisemarkt der Zukunft auch Platz geben wird für die Angebote der breiteren Masse. Letztendlich käme es bei der Reise zur „Destination Ich“ auf eine vernünftige, bodenständige, authentische und neu interpretierte Konzeption eines jeden Hotels an, die mit Innovationen und Differenzierungen aufgeladen ist. Für Werner Gärtner geht es deshalb in Zukunft nicht mehr darum, eine Region zu vermarkten, sondern vielmehr um deren Ursprung und Authentizität.

Information:
Die „Destination Ich“ steht für Trends wie Selbstfindung und Entschleunigung. Reisende von morgen suchen das Erlebnis und wollen sich daran noch lange Zeit zurück erinnern. Für Hotels bedeutet dies, Spezialisierungsstrategien im eigenen Haus zu entwickeln und die Sehnsüchte der Gäste zu erfüllen. Zu den Sehnsüchten von Geschäftsreisenden gehören beispielsweise die gut zugängliche Steckdose, das ausreichende Licht zum Arbeiten sowie der gut funktionierende W Lan- bzw. Internetanschluss. Daneben wollen sie sich vom Alltag ablenken lassen. Hier ist die Kreativität des Hotels gefragt.Im Marketing spielt Storytelling eine größer werdende Rolle. Geschichten wollen gelebt und damit erzählt werden. Je mehr das Hotel erzählt, umso mehr Erinnerungen bleiben beim Gast bestehen und werden letztendlich auch weiter gegeben.

erschienen in der Allgemeinen Hotel- und Gastronomiezeitung