Reisen mit dem Touristenstrom

vgwortEs gibt sie, diese Anziehungskraft der pulsierenden Metropolen dieser Welt. Touristen folgen ihr gern, lassen sich berauschen vom quirligen Treiben in der Enge der Gassen und dem hektischen Leben der Menschen. In Amsterdam wird dieses Treiben zudem permanent von den sich überwiegend mit Fahrrädern fortbewegenden Einheimischen gestört. Ein gemütlicher Stadtbummel empfiehlt sich deshalb lieber vom Wasser aus oder aber man steigt gleich selbst aufs Rad.

Amsterdam
Fast jeder Amsterdamer besitzt ein Fahrrad, etwa 600.000 Drahtesel kommen auf rund 750.000 Einwohner. Fast 40 Prozent aller Wege legen die Bewohner der Grachtenstadt mit dem „fiets“ zurück: die schmalen Gassen der Innenstadt stammen aus dem 17. Jahrhundert und sind für Autos schlecht zugänglich. Die insgesamt 400 Kilometer langen Radwege bilden somit die ideale Alternative auf dem Weg von A nach B – auch für Touristen. Foto: Niederländisches Büro für Tourismus & Convention

Mehr als 3,5 Millionen Besucher zählt die europäische Metropole pro Jahr. Und da sich nicht jede Jahreszeit für einen Besuch anbietet, lässt sich erahnen, wie überlaufen die Attraktionen zu den beliebten Reisezeiten sind.

Must-See: Van Gogh Museum

Lange Schlangen vor den Museen sind keine Seltenheit – Zeit sollte man demnach mitbringen. Vielleicht sogar etwas mehr als üblich, denn in meiner Wahrnehmung habe ich etwa in der National Gallery of Art in Washington DC oder im Ägyptischen Museum in Kairo nicht so lange auf den Einlass warten müssen wie etwa im Van Gogh Museum. Dafür wird man reich belohnt – lange Zeit hat mich kein Museum so sehr beeindruckt.

Dies gilt auch für die Stadt an sich. Doch wie jede Metropole scheint auch Amsterdam mit den Touristenströmen zu kämpfen. Irgendwann ist der Reiz verloren, wenn man beispielsweise einen Pancake genießen will, das Café aber überfordert ist mit der entsprechenden Sorgfalt auf jeden Einzelnen einzugehen. In Florenz beispielsweise war mir dies zum letzten Mal derart unangenehm aufgefallen und Amsterdam scheint diesbezüglich auch ein wenig zur Schnellatmigkeit zu neigen. Umso angenehmer, wenn man auf die kleinen Geheimtipps zurück greifen kann, die mittlerweile jeder Reisende im Gepäck haben sollte.

Gourmet-Hot-Spots auf dem Land

Amsterdam ist nicht das erste Reiseziel für Gourmets – die “New Stars” agieren in Sluis und in Zwolle – aber auch hier hat die Haute Cuisine einiges zu bieten, beispielsweise im Ciel Bleu oder im Ron Blaauw.

Doch einen Hinweis sind auch die vielen Adressen wert, die typisch niederländische Speisen anbieten und schon von außen mit ihren Speisekarten auf ihr Angebot verweisen. Auch die Braunen Kneipen, sogenannte “Bruine Cafés”, sollte man gesehen haben – sie versüßen den Amsterdam-Aufenthalt auf ihre besonders eigene Art und Weise. Einige von ihnen befinden sich um den berühmtesten Grachtengürtel der Stadt herum, der im 17. Jahrhundert rundum den mittelalterlichen Singel in Form eines Halbmondes angelegt wurde. Das Video zeigt weitere Impressionen der berühmten Grachten. Und nicht zuletzt sei hier auch ein Hinweis für kostengünstige Unterkünfte in Amsterdam erlaubt. Für einen längeren Aufenthalt in der Stadt bietet sich beispielsweise an, eine Ferienwohnung in Amsterdam zu mieten.

A palace for everybody

Am kommenden Montag (26. März 2012) wird in London ein Palast für Jedermann eröffnet. Nach einer zweijährigen Umbauphase ist der Kensington Palace und ehemalige Wohnsitz von Prinzessin Diana dann täglich für Besucher geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene kostet 14,50 Pfund, für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist der Eintritt frei,

Kensington Palace
Tea Party im Kensington Royal Palace Foto: Lawrence Looi / HRP / NTI

12 Mio. Pfund wurden in den Umbau des Palastes, in die neuen Gärten, das Café, die Terrasse und den Shop investiert. Vor allem aber wird das neu gestaltete Besucherzentrum viele Besucher anziehen. Es zeigt und enthüllt das geheime wie öffentliche Leben der Bewohner von Kensington, unter anderem in der Victoria Revealed Ausstellung oder in der Sonderausstellung mit einigen Kleidern von Prinzessin Diana.

Kensington Palace
Das Personal an der Rezeption trägt die Uniform “Jaeger”

ITB 2012: Politisch, technisch, hintergründig

Die 46. Auflage der ITB Berlin (Internationale Tourismus-Börse) präsentierte sich in diesem Jahr mehr denn je als Place to be unter anderem für Destinationen, Reiseveranstalter, Airlines, Hotels sowie mittlerweile auch verstärkt für Technologien als moderne Reisebegleiter. 10.644 Aussteller aus 187 Ländern empfingen bis zum 11. März rund 110.000 Fach- sowie Privatbesucher aus aller Welt. Das Video zeigt ein paar Impressionen von der ITB, auf der auch das Biergarten-Jubiläum des Tourismusverbandes München-Oberbayern und der Landeshauptstadt München eröffnet wurde.Dabei war die ITB so politisch wie noch nie: Europäische Schuldenkrise, Umwälzungen in den arabischen Ländern, Klimaschutz und Nachhaltigkeit sowie EU-Emissionshandel. Zum Auftakt des ITB Berlin Kongresses analysierte Hans-Werner Sinn, der Präsident des Münchener ifo Instituts, die Wirtschaftsentwicklung in Europa und weltweit. Über die touristische Zukunft der arabischen Länder diskutierten die Tourismusminister aus Ägypten, Marokko und Jordanien mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft.

Aspekt Nachhaltigkeit

Sicherheit und Nachhaltigkeit in der Kreuzfahrtindustrie war das Thema des CEO Cruise Panel. Die Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit wurden beispielsweise unter dem Thema „Accessibility“ behandelt, bei dem unter anderem die wachsende Zahl an Umwelt- und Nachhaltigkeitssiegeln sowie deren Glaubwürdigkeit für Industrie und Endkunden betrachtet wurde. Zudem wurde ein neues Format zum Thema Gesundheitstourismus auf dem ITB Berlin Kongress etabliert.

Smartphones als Reisebegleiter

Dass das dynamische Segment der Reise-Technologien in diesem Jahr noch stärker in den Fokus der ITB rücken würde, war absehbar. Unter der Schlagzeile “Das Smartphone verändert die Reisebranche” wurden etliche Panels, Session und Vorträge zusammengefasst. Insgesamt 236 Technologieanbieter präsentierten ihre Produkte. In der eTravel World zeigten renommierte Unternehmen und junge Start-ups ihre neuesten Apps und Innovationen für moderne Reisebegleiter. Außerdem wurde mit der Travel Massive@ITB Berlin und dem New Media Summit eine neue Plattform für Blogger geschaffen. Sie können Destinationen mittlerweile bei der Vermarktung unterstützen.

Wenig Aufmerksamkeit hingegen wurden sonst allgegenwärtigen Social Media-Plattformen gegeben. Auch die Flug- und Hotelsuchmaschine swoodoo kritisierte blinden Aktionismus der Reiseindustrie in punkto Social Media. “Nur ein nice to have” war das Urteil von Dr. Christian Saller, CEO der Flug- und Hotelsuchmaschine swoodoo zum Nutzwert von Social Media in der Tourismusindustrie. Anlässlich der ITB stellte sich das Münchener Unternehmen damit gegen den Hype der Industrie rund um Facebook, Twitter und Co.

Reisebegleiter
Dr. Christian Saller
Fans werden überbewertet

Als überbewertet sah Saller auch die Bedeutung der Boom-Plattform Facebook für die Tourismusindustrie. Die Anzahl der Fans stehe oftmals in keinerlei Verhältnis zu den monatlichen Verkaufszahlen. Viele Reiseportale verfügten lediglich über einige hundert oder tausend Anhänger. Eine verschwindend kleine Anzahl angesichts der siebenstelligen Anzahl von Flug- und Reisebuchungen monatlich.

Auch die Euphorie einiger Destinationen bei der Verkündigung ständig wachsender Besucherzahlen und Übernachtungen, wurde durch die Prognose des World Travel & Tourism Council (WTTC) ein wenig geschmälert. Danach wird die deutsche Reise- und Tourismusbranche aufgrund eines schleppenden Wirtschaftswachstums im Jahr 2012 stagnieren. Die auf der ITB in Berlin veröffentlichten Statistiken zeigten, dass sich der Gesamtumsatz der deutschen Tourismusbranche in 2012 genauso wie im Jahr 2011 auf 41,9 Milliarden Euro belaufen wird. Im gleichen Zeitraum wird jedoch für die weltweite Reise- und Tourismusbranche ein Wachstum von 2,8 Prozent prognostiziert.