Durchatmen zwecklos: Ein Trend jagt den anderen

Fünf Tage lang war die Internorga auf dem Gelände der Hamburg Messe und Congress in Hamburg Anlaufstelle für das ‚Who is Who‘ des gesamten Außer-Haus-Marktes. 96.000 Besucher kamen auf die vom Verband der Deutschen Messewirtschaft (AUMA) klassifizierte einzige internationale Fachmesse für Gastronomie und Hotellerie in Deutschland. 1.300 Aussteller aus 25 Nationen präsentierten in der ihr eigenen dynamischen Art und Weise die Trends und Innovationen des Außer-Haus-Marktes. Das wichtigste im Überblick:

Hotels:

Food:

Convenience:

Snacks:

Veggie:

Internorga: Der pure Messe-Wahnsinn

„Wir blicken mit Stolz auf sehr erfolgreiche Messetage zurück. Die Internorga hat wieder einmal gezeigt, dass sie als Leitmesse und Trendschmiede jedes Jahr die relevanten Themen abzubilden versteht“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH, Bernd Aufderheide. Die internationale Fachmesse für Gastronomie und Hotellerie war an fünf Messetagen mit 1.300 Ausstellern aus rund 25 Nationen erneut komplett ausgebucht und zusätzlich vollgestopft mit Wettbewerben, Kongressen und Branchentreffpunkten für die Fachbesucher. Insgesamt haben sich rund 96.000 Besucher durch die Hallen gedrängelt.

Foto: Hamburg Messe und Congress / Katrin Neuhauser
Foto: Hamburg Messe und Congress / Stephan Wallocha
Foto: Hamburg Messe und Congress / Hartmut Zielke
Foto: Hamburg Messe und Congress / Katrin Neuhauser
Foto: Hamburg Messe und Congress / Katrin Neuhauser
Foto: Hamburg Messe und Congress / Michael Zapf
Foto: Hamburg Messe und Congress / Michael Zapf
Foto: Hamburg Messe und Congress / Michael Zapf

Bei diesen traumhaften Besucherzahlen war zu erwarten, dass der heutige Schlussbericht für die Medien nur positiv ausfallen kann: „Die Besucher äußerten sich überaus zufrieden: 91 Prozent der Fachbesucher beurteilten die Internorga mit sehr gut bis gut, 93 Prozent würden sie weiterempfehlen, so das Ergebnis der Umfrage eines unabhängigen Marktforschungsinstituts. Der Anteil der Entscheidungsträger unter den Besuchern lag bei rund 80 Prozent. Und auch die Internationalität der Besucher bleibt mit 7 Prozent auf konstant hohem Niveau. Deshalb ist die Internorga vom Verband der Deutschen Messewirtschaft (AUMA) als einzige internationale Fachmesse für Gastronomie und Hotellerie in Deutschland klassifiziert“.

Gemischtwarenladen der Branche
Kaum ein Hinweis darauf, dass die Hallen an allen Messetagen völlig überfüllt waren, das Messegelände mittlerweile aus allen Nähten platzt und es Auswirkungen hat, wenn jedes Jahr noch ein weiteres Event hinzukommt. Schon die Live-Wettbewerbe Next Chef Award und Gastro Startup-Wettbewerb sorgten im letzten Jahr für große Aufmerksamkeit. Neben ihnen kam nun in diesem Jahr der Grill & BBQ Court hinzu und ging auch die FH Nord als der wichtigste Branchentreff für das Fleischerhandwerk im Norden in die zweite Runde. Kaum ein kulinarischer Trend geht der Internorga verloren – hier findet jedes Thema statt. In der Konsequenz bedeutet dies allerdings, dass sich in diesem Gemischtwarenladen nunmehr nicht nur die klassischen Gastronomen und Inhaber der typischen deutschen Gasthäuser und Wirtschaften treffen, sondern sich die Zielgruppe immer mehr aufspaltet. Sehr gut zu sehen ist dies mittlerweile im Bereich der Craft Beer Arena, in der sich überwiegend junge bierbegeisterte Besucher austauschen und rund um die Arena die neuesten Getränke-Startups vorgestellt werden.

Für informationshungrige Journalisten wie mich bietet die Internorga hervorragende Ansätze, neue Themen zu entdecken. Ob wirklich alle Fachbesucher und Aussteller voll auf ihre Kosten kommen, mag ich zu bezweifeln – zumindest lassen mich die aufgenommenen Meinungen aus den Gesprächen daran zweifeln. Mein Fazit lautet deshalb: Es wird langsam ungemütlich. Die Hallen sind einfach zu vollgestopft mit Menschenmassen und Fachinformationen. Die Aufteilung nach Branchenthemen ist nicht immer logisch und zielführend. Es gibt keinen roten Faden, der die Besucher entspannt durch die Messe lotst. Eine wahre Katastrophe sind die nicht vorhandenen Parkplätze. Hier besteht dringend Handlungsbedarf, da es längst nicht mehr bequem ist, zur Internorga anzureisen.

Kreativer Quell für Trendgetränke

Wer durch Hamburgs Getränkemärkte oder gastronomische Hotspots schlendert entdeckt unweigerlich immer etwas Neues. Trendgetränke gehören hier zum kulinarischen Stadtbild.

Es macht Freude an den neuen Erfindungen teilhaben zu dürfen und die engagierten Newcomer bei ihrem Start in das Unternehmertum zu beobachten. Beispiel: fritz-kola. Als ich die beiden Gründer vor Jahren an ihrem Stand am Rande einer Branchenmesse in Wiesbaden traf, erzählten sie mir noch von ihren Anfängen und Mühen, das Getränk in die Gastronomie zu bringen. Heute ist es – zumindest in Hamburg – eines der meistgetrunkenen Getränke in den Trend-Lokalen.

Neuer Apfel-Cider

Mittlerweile sind weitere coole Getränke auf den Markt gedrungen. Der Elbler beispielsweise ist ein Apfel-Cider von der Elbe. „Wir haben unseren Elbler das erste Mal auf der Internorga präsentiert und gleich den zweiten Platz beim Zukunftspreis belegt. Seitdem geht es für uns stetig bergauf: Wir sind mittlerweile eine kleine etablierte Marke im Norden, vertreten in Supermärkten, der Gastronomie und auf der Liste aller relevanten Großhändler. Und auch im restlichen Deutschland werden wir immer bekannter“, berichtet Jan Ockert, Geschäftsführer Elbler GmbH.

Övelgönne VI Bereits etabliert: Der Elbler Foto: Michael Behrens

Neues Gurkenwasser

In diesem Jahr startete zudem das Cucumis Gurkenwasser auf der Frühjahrs-Branchenmesse. Vasco Kulke und Till Fischer-Bergst, Geschäftsführer Cucumis sind begeistert: „Mittlerweile haben Szene-Bars und Händler aus ganz Europa unsere Gurken-Limonade ins Sortiment aufgenommen.“ Das Getränk ist erfrischend und vegan, besteht zu 100 Prozent aus deutschen Gurken und beeindruckt durch seine raffinierte Konzeption. Wer hätte vor Jahren gedacht, dass es einmal Gurkenwasser in die heimische Gastronomie schafft. Doch mittlerweile passt es vor allem zu leichten Gerichten, denen sich viele gastronomischen Konzepte verschrieben haben.

Neues Kokoswasser

Einen ähnlichen Start legte das Real Coconut Water nach seinem Auftritt auf der Internorga hin. „Auf der Messe konnten wir das gesamte Spektrum abdecken und sowohl Kontakte zu Betriebsgastronomie, Cafés, dem Getränkefachgroßhandel als auch dem Handel knüpfen. Jetzt sind wir in allen Bereichen dabei und haben noch viel vor“, so Christian Hoffmann, Geschäftsführer GongGong Beverages. Die GongGong Beverages GmbH bezieht ihr Kokoswasser von einem familiengeführten Unternehmen aus Thailand. Das Real Coconut Water ist ein Direktsaft, der glutenfrei und vegan ist.